In den kommenden Jahren werden in der Finanzplanung große Herausforderungen auf die Europäische Union zukommen. Das sagte die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor Treffen mit dem luxemburgischen Premierminister Xavier Bettel und dem niederländischen Ministerpräsident Mark Rutte in Berlin.

Nicht nur der bevorstehende Brexit bringe für Europa bei der Neuverteilung der Finanzlasten erhebliche Probleme mit sich. Auch neue Zukunftsaufgaben, etwa für Verteidigungspolitik, für Migration und die Bekämpfung von Fluchtursachen müssten mit der neuen Finanzplanung geregelt und bedacht werden, machte die CDU-Vorsitzende deutlich.

Es wird prognostiziert, dass durch den Brexit jährlich zwölf Milliarden Euro weniger in den EU-Haushalt fließen werden. Wie diese Lücke gefüllt werden könne, stehe noch nicht fest. Bisher hätten sich nicht alle EU-Mitgliedstaaten dafür ausgesprochen, nach dem Austritt Großbritanniens mehr Geld auszugeben, erklärte Merkel. Die Niederlande hatten sich bereits gegen eine Ausweitung des EU-Haushalts ausgesprochen. Auf einem informellen EU-Gipfel am Freitag in Brüssel soll unter anderem über den mittelfristigen Finanzrahmen beraten werden.

Sowohl Luxemburgs Premier Bettel, wie auch der niederländische Regierungschef Rutte betonten, dass eine starke Regierung in Berlin wichtig für ihr jeweiliges Land und für Europa sei.