Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) hat vor potenziell gefährlichen Kindern von zurückkehrenden Dschihadisten gewarnt und deren Registrierung gefordert. Bei vielen von ihnen seien die "Kinderzimmer als Kaderschmieden" missbraucht worden, sagte Reul der Rheinischen Post.

Auf weit verbreiteten Videos sei zu sehen, wie sie gezwungen würden, Gefangene eigenhändig zu töten. Damit sei die Grundannahme des Strafrechts widerlegt, wonach Kinder unter 14 Jahren niemals gefährlich sein könnten. "Wir müssen einen Weg finden, auch die Personen unter 14 Jahren zu erfassen – da darf es keine Denkverbote geben", sagte der Innenminister.

970 Menschen sind laut Reul aus Deutschland nach Syrien und in den Irak gereist, bereits 320 zurückgekehrt. Viele verfügten über Kampferfahrung oder zumindest eine Waffen- und Sprengstoffausbildung.

Die bisherige große Koalition von Union und SPD im Bund hatte das Mindestalter für eine Überwachung von 16 auf 14 Jahre gesenkt. Die CSU sprach sich im vergangenen Sommer im Bundestagswahlkampf dafür aus, in bestimmten Fällen auch Jüngere vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Sie wurde dafür unter anderem von der SPD kritisiert. 

Bundesverfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sprach im Dezember darüber, wie die Terrormiliz IS auch Kinder einer Gehirnwäsche unterziehe. Er sagte damals, dass die Rückkehr der Familien mancher Kämpfer beobachtet werde.