CDU-Chefin Angela Merkel will den bisherigen Finanz-Staatssekretär Jens Spahn laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur zum Gesundheitsminister machen. Falls die SPD-Mitglieder grünes Licht für eine neue große Koalition geben, würde sie damit einen ihrer profiliertesten konservativen Kritiker in ihr Kabinett holen.

Zunächst hatte die Bild am Sonntag über die Entscheidung berichtet. Offiziell will Merkel den Führungsgremien ihrer Partei die Liste für die Ministerposten der CDU an diesem Sonntag vorlegen.

Die Personalentscheidung für Spahn gilt als Zeichen dafür, dass Merkel vor dem Parteitag an diesem Montag ihren Widersachern entgegenkommen will. Spahn hatte offen Merkels Flüchtlingspolitik kritisiert und nach der Wahl eine unionsgeführte Minderheitsregierung ins Spiel gebracht, obwohl die Kanzlerin dies ablehnt. Spahn war sechs Jahre gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion und rückte dann zum parlamentarischen Finanz-Staatssekretär auf.

In der CDU wird nach dpa-Informationen davon ausgegangen, dass die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner Chefin des Agrarressorts wird. Kanzleramtschef Peter Altmaier gilt seit längerem als gesetzt für das Amt des Wirtschaftsministers. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen soll im Amt bleiben.

Die 1.001 Delegierten sollen auf dem Parteitag dem Koalitionsvertrag mit der SPD zustimmen und die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, als Nachfolgerin von Peter Tauber zur Generalsekretärin wählen.

Vor allem ausgewiesene Konservative und der Parteinachwuchs hatten von Merkel eine personelle Erneuerung und Verjüngung von Regierung und Partei verlangt.