Wie die Parteien die Ministerien zwischen sich aufteilen, haben sie im Koalitionsvertrag festgelegt: Vorausgesetzt, die SPD-Mitglieder stimmen der Einigung bei ihrem Entscheid zu, sollen SPD und CDU jeweils sechs Ministerposten bekommen, die CSU drei. Die Union stellt außerdem die Kanzlerin, die SPD den Vizekanzler. Nun müssen SPD, CDU und CSU jeweils bestimmen, wen sie als Minister und Ministerinnen aufstellen. Das ist bisher bekannt:

SPD

  • Auswärtiges Amt: Zunächst hatte Martin Schulz seinen Anspruch angemeldet, zog nach parteiinterner Kritik aber zurück. Im Gespräch sind nun unter anderem Amtsinhaber Sigmar Gabriel und der Bundestagsabgeordnete Niels Annen.
  • Finanzen: Als gesetzt gilt Olaf Scholz. Der bisherige Hamburger Bürgermeister soll außerdem Vizekanzler werden.
  • Arbeit und Soziales: Im Gespräch ist Eva Högl. Sie ist derzeit Vizefraktionsvorsitzende.
  • Justiz und Verbraucherschutz: Heiko Maas hat gute Chancen, das Ministerium weiterzuführen.
  • Familie, Senioren, Frauen und Jugend: wahrscheinlich weiterhin Katarina Barley. Sollte sie für das gewichtige Arbeitsressort infrage kommen, wäre auch Eva Högl eine mögliche Kandidatin für das Familienministerium.
  • Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Barbara Hendricks wird wahrscheinlich Ministerin bleiben.

Der bisherige Außenminister Sigmar Gabriel bekäme damit kein Ministeramt mehr.

CDU

  • Kanzleramt: der Posten, bei dem die Unklarheit am größten ist. Im Gespräch ist Helge Braun, bisheriger Kanzleramtsstaatsminister.
  • Verteidigung: wahrscheinlich weiterhin Ursula von der Leyen.
  • Wirtschaft und Energie: wahrscheinlich Peter Altmaier, der bisherige Kanzleramtschef.
  • Gesundheit: Annette Widmann-Mauz könnte Ministerin werden, bisher war sie parlamentarische Gesundheitsstaatssekretärin. Auch Hermann Gröhe würde wohl gern Gesundheitsminister bleiben.
  • Bildung und Forschung: Auch hier wird der Merkel-Vertraute Gröhe als Kandidat genannt. Oder der Staatsminister bei der Kanzlerin Helge Braun.
  • Ernährung und Landwirtschaft: wahrscheinlich Julia Klöckner, die stellvertretende CDU-Vorsitzende.

Der bisherige Innenminister Thomas de Maizière schiede damit aus dem Kabinett aus. Allerdings wies Angela Merkel im CDU-Vorstand darauf hin, dass die Besetzung der Ministerposten noch nicht abschließend geklärt sei. Dies gelte insbesondere für den als sehr ambitioniert geltenden bisherigen Finanzstaatssekretär Jens Spahn.

CSU

  • Innen, Bau und Heimat:Horst Seehofer. Der CSU-Vorsitzende bekommt das aufgewertete Innenministerium.
  • Verkehr und digitale Infrastruktur: Dieses Ressort kann die CSU halten, über die konkrete Besetzung will sie aber erst später entscheiden. Kandidaten sind Generalsekretär Andreas Scheuer, die bisherige Parlamentarische Staatssekretärin Dorothee Bär und der bisherige Entwicklungsminister Gerd Müller.
  •  Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Auch hier sind Gerd Müller, Dorothee Bär und Andreas Scheuer im Gespräch.

Für den bisherigen Landwirtschaftsminister Christian Schmidt ist somit offenbar kein Ministerposten vorgesehen.