Um die Belastung durch Abgase zu verringern, ziehen Union und SPD auch technische Nachbesserungen an älteren Dieselmotoren in Betracht. "Wir werden insbesondere die Schadstoffemissionen aus dem Straßenverkehr an der Quelle weiter reduzieren", heißt es in einem Arbeitspapier, aus dem Nachrichtenagenturen zitieren. "Dazu gehören sowohl – soweit technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar – technische Verbesserungen von Fahrzeugen im Bestand als auch eine zügige Flottenerneuerung mit real emissionsarmen Fahrzeugen", zitiert Reuters.

Eine Hardwarenachrüstung von Dieselfahrzeugen soll dem Papier zufolge technisch und wirtschaftlich bei einem Großteil der Fahrzeuge möglich sein. Zu diesem Ergebnis ist eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Verkehrsministeriums gekommen. Eine Nachrüstung sei effektiver als die bereits beschlossenen Softwareupdates. Nachgerüstete Fahrzeuge können helfen, die Stickoxidwerte wieder in vielen Städten unter die von der EU vorgeschriebenen Grenzen zu drücken.

CDU, CSU und SPD hatten schon in den Sondierungen Nachrüstungen beschlossen, ohne genauer auszuführen, ob Software- oder technische Verbesserungen gemeint waren. Eine technische Umrüstung aller betroffenen Dieselfahrzeuge könnte mehr als zehn Milliarden Euro kosten.  

Derzeit wird die Abgasreinigung von Millionen Dieselautos mit Updates der Motorsoftware verbessert. Sogenannte technische Nachrüstungen lehnen die Autohersteller als teuer und ineffizient ab, Umweltschützer halten sie für notwendig.

Der Grünenfraktionsvize Oliver Krischer kritisierte die jetzt bekannt gewordenen Formulierungen als "Nebelkerze". "Union und SPD drücken sich um klare Aussagen zu notwendigen technischen Umrüstungen der Fahrzeuge für saubere Luft", sagte er. Sie verschonten die Autohersteller auf Kosten der Gesundheit von Mensch und Tier und des Klimaschutzes. Er sagte: "Wir brauchen endlich technische Nachrüstungen auf Kosten der Hersteller. Nur so wird die Luft in unseren Städten sauberer."