Die Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek soll neue Bundesbildungsministerin werden. CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel habe sich auf die 46-jährige Diplom-Kauffrau festgelegt, hieß es aus CDU-Kreisen. Karliczek sitzt seit 2013 im Bundestag und ist parlamentarische Geschäftsführerin in der Unionsfraktion. Sie wurde im Wahlkreis Steinfurt III direkt in den Bundestag gewählt. Karliczek würde auf die bisherige Bildungsministerin Johanna Wanka folgen, die schon vor geraumer Zeit ihren Rückzug angekündigt hatte.

Wie bereits zuvor bekannt geworden war, will Merkel mit dem 37-jährigen Jens Spahn ihren prominentesten parteiinternen Kritiker zum Gesundheitsminister machen. Der bisherige Gesundheitsminister und Merkel-Vertraute Hermann Gröhe scheidet ebenso aus dem Kabinett aus wie Thomas de Maizière, der im Innenministerium für Horst Seehofer (CSU) Platz machen muss.

Der bisherige Kanzleramtschef Peter Altmaier soll künftig das Wirtschaftsressort leiten. Verteidigungsministerin bliebe nach Merkels Willen Ursula von der Leyen. Die rheinland-pfälzische CDU-Chefin und stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner soll neue Landwirtschaftsministerin werden. Der bisherige Staatsminister im Kanzleramt, Helge Braun, würde die Nachfolge von Altmaier als Kanzleramtschef übernehmen.

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Brauns Nachfolger und Staatsminister im Bundeskanzleramt für Bund-Länder-Koordination wird der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt. Die Kulturstaatsministerin Monika Grütters bleibt der Berliner Morgenpost zufolge im Amt.

Neue Integrationsbeauftragte der Bundesregierung soll nach Angaben von Teilnehmern der CDU-Gremiensitzungen Annette Widmann-Mauz werden. Seit 2009 bekleidet die 51-Jährige den Posten der parlamentarischen Gesundheitsstaatssekretärin, außerdem ist sie Vorsitzende der Frauen Union.

Voraussetzung für diese Personalien ist, dass die SPD bei ihrem Mitgliederentscheid der großen Koalition zustimmt und auch die CDU beim Parteitag am Montag den Koalitionsvertrag verabschiedet.

"Gute Mischung aus Erfahrung und neuen Gesichtern"

Merkel bezeichnete die CDU-Ministerkandidaten als "tatkräftiges" und auf die "Zukunft ausgerichtetes Team". Es sei keine ganz einfache Aufgabe gewesen, die Personalentscheidungen zu treffen, sagte Merkel bei der Vorstellung der Kabinettskandidaten ihrer Partei in Berlin. Dabei habe sie auch schmerzhafte Entscheidungen treffen müssen, fügte sie mit Blick auf den bisherigen Gesundheitsminister Gröhe hinzu.

Das Personaltableau sei eine gute Mischung aus Erfahrung und neuen Gesichtern, sagte Merkel. Sie sieht in der Liste eine Neuaufstellung der Regierungsmannschaft und betonte, dass sie die einzige unter den designierten CDU-Kabinettsmitgliedern sei, die älter als 60 Jahre alt ist: "Mit diesem Team kann man jetzt die Aufgaben der Zukunft angehen." Merkel hob hervor, dass sie als Ostdeutsche die neuen Länder im Kabinett vertrete.