Sigmar Gabriel hat die Form seiner Kritik am Noch-SPD-Chef Martin Schulz bedauert. Unter Berufung auf Vertraute des SPD-Politikers berichtete der Tagesspiegel, dass es Gabriel leid tue, einen Kommentar seiner Tochter erwähnt zu haben.

Nachdem bekannt geworden war, dass der scheidende SPD-Vorsitzende das Amt des Außenministers für sich beanspruchen wollte, hatte Gabriel seine Verärgerung über das Verhalten seines Parteigenossen und der gesamten SPD-Spitze deutlich gemacht. Er bezeichnete den Umgang innerhalb der SPD miteinander als "respektlos" und zeigte sich enttäuscht darüber, "wie wenig ein gegebenes Wort noch zählt". Er bedauerte, "dass diese öffentliche Wertschätzung meiner Arbeit der neuen SPD-Führung herzlich egal war."  

Bei seiner Kritik hatte Gabriel hinzugefügt, seine Tochter habe ihn mit den Worten getröstet: "Papa, jetzt hast du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht." In der SPD sei diese Bemerkung nach Informationen des Tagesspiegel als Geschmacklosigkeit gewertet worden. Gabriel habe erklärt, er habe eine eher humorvolle Bemerkung machen wollen, die er nun bedauere.

Seine Verärgerung über die SPD aber habe er erneut gegenüber Vertrauten deutlich gemacht, berichtete nun der Tagesspiegel. Man müsse das verstehen, zitiert ihn die Zeitung, er habe der Partei so lange gedient, seinen Rausschmiss aber habe er erst aus den Medien erfahren und kein Wort des Dankes gehört. Gabriel ist bisher Vizekanzler, er war von 2009 bis 2017 der am längsten amtierende Parteichef seit Willy Brandt.