Horst Seehofer will als Innenminister einen starken Staat durchsetzen. Der CSU-Chef wird im neuen Kabinett das um Heimat und Bauen aufgestockte Bundesministerium für Inneres übernehmen. Im Interview mit der Bild am Sonntag kündigte er erste, innenpolitische Vorhaben an. Sein Ziel sei mehr Sicherheit, sein Vorbild Bayern, sagte Seehofer. "Bay­ern ge­hört zu den si­chers­ten Re­gio­nen in Eu­ro­pa. Das muss auch für ganz Deutsch­land mög­lich sein".

Er plane eine "Null To­le­ranz ge­gen­über Straf­tä­tern" sagte Seehofer der Zeitung. Deutschland dürfe "keine rechtsfreien Räume mehr dulden". Konkret forderte er Videoüberwachung an Orten mit erhöhter Kriminalität. "Bil­der aus Über­wa­chungs­ka­me­ras haben schon viele Straf­ta­ten auf­ge­klärt." Für die geplanten Maßnahmen wolle er alle Bundesländer einbeziehen. Insbesondere appellierte er an Berlin, par­tei­po­li­ti­sche In­ter­es­sen zurückzustellen.

Außerdem soll häufiger und schneller abgeschoben werden, sagte Seehofer der Zeitung. Vor allem gegen straffällig gewordene Asylbewerber und sogenannte Gefährder müsse härter durchgegriffen werden. Dafür plane er einen "Mas­ter­plan für schnel­le­re Asyl­ver­fah­ren und kon­se­quen­te­re Ab­schie­bun­gen". Die Grenzkontrollen an deutschen Grenzen sollen verlängert werden. "Erst wenn die EU-Au­ßen­gren­zen wirk­sam ge­schützt sind, kön­nen die Kon­trol­len an un­se­ren Gren­zen weg­fal­len." sagte Seehofer. "Wir wol­len ein welt­of­fe­nes und li­be­ra­les Land blei­ben. Aber wenn es um den Schutz der Bür­ger geht, brau­chen wir einen star­ken Staat."

Seehofer kommentierte auch die Debatte um die neue Zuständigkeit des Innenministeriums für das Ressort Heimat. Es ginge dabei nicht "um Dirndl oder Le­der­ho­se", sondern um ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­halt. Die Ankündigung des umgebauten Ministeriums hatte in den sozialen Medien unter dem Hashtag #HeimatHorst für Belustigung gesorgt.