Die CSU hat ihre Minister für die neue Bundesregierung festgelegt. Parteichef Horst Seehofer wird Minister für Innen, Bau und Heimat, das Verkehrsministerium übernimmt der bisherige Generalsekretär Andreas Scheuer. Das Ressort für Entwicklungszusammenarbeit behält Gerd Müller, Dorothee Bär wird im Kanzleramt Staatsministerin für Digitales. Entsprechende Medienberichte wurden am Nachmittag bestätigt, als Seehofer mit seinem Spitzenteam vor die Presse trat.

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Damit wird die CSU in der neuen Regierung einen Spitzenposten mehr besetzen, als eigentlich ausgehandelt war. Mit Bär, Scheuer und Müller hatte es drei Anwärter auf die zwei Ministerien für Verkehr und Entwicklungshilfe gegeben. Allen waren gute Chancen eingeräumt worden: Müller hatte in der vergangenen Legislatur die besten Kritiken aller CSU-Minister erhalten, Bär hatte sich als Staatssekretärin im Verkehrs- und dann im Landwirtschaftsministerium profiliert. Scheuer hatte als Generalsekretär seine Treue zu Seehofer bewiesen – einen solchen Einsatz belohnt der Parteichef.

Nun ziehen alle vier nach Berlin und mit ihnen auch zwei neue CSU-Staatssekretäre in der schwarz-roten Bundesregierung: Thomas Silberhorn (Verteidigung) und Stephan Mayer (Innen/Bau/Heimat).

Seehofer spricht mehrfach von Zäsur

Seehofer sagte vor Journalisten: "Wir freuen uns jetzt alle miteinander auf die Realisierung des Koalitionsvertrages." Die CSU wolle jetzt "stark Gas geben" und eine gute inhaltliche Politik machen. Gleichzeitig sprach der CSU-Chef mehrfach von einer Zäsur: Zum einen, weil viele jüngere CSU-Minister ins Kabinett einziehen würden, zum anderen wegen des Machtwechsels in Bayern. 

Seehofer will das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten am 13. März abgeben und den Posten für seinen Nachfolger Markus Söder freimachen. Damit räumt der CSU-Chef sein gewähltes Amt erst kurz vor der Kanzlerinnenwahl und der Ernennung des neuen Kabinetts am 14. März.

Neuer CSU-Generalsekretär soll der Landtagsabgeordnete Markus Blume werden, neue Vizegeneralsekretärin die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig.

"Ein sehr schöner Dienst für meine Heimat Bayern"

Einen Termin für die Wahl seines Nachfolgers benannte Seehofer zunächst nicht. Das müsse nun im Ältestenrat festgelegt werden, hieß es. Der Personalumbau bei den Christsozialen ist damit allerdings noch nicht beendet. Erst nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten will Söder bekannt geben, mit welchen Ministern er bis zum Ende der Legislaturperiode regieren will. Es wird erwartet, dass Söder eine größere Kabinettsumbildung vollzieht.

Seehofer sagte über seine zehnjährige Amtszeit als Ministerpräsident: "Es war ein sehr schöner Dienst für meine Heimat Bayern, da werde ich ewig dafür dankbar sein." Er wünsche der bayerischen Bevölkerung "alles erdenklich Gute und meinem Nachfolger und der neuen bayerischen Staatsregierung eine glückliche Hand", so Seehofer.