Im vergangenen Jahr ist die Zahl der abgelehnten Asylbewerber und Migranten ohne Aufenthaltsrecht, die wegen fehlender Papiere nicht abgeschoben werden können, weiter gestiegen. Ende 2017 lebten insgesamt 64.914 Ausländer mit einer Duldung in Deutschland, weil keine Reisedokumente oder Passersatzpapiere aus dem Herkunftsland vorlagen, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf einen internen Lagebericht des Bundesinnenministeriums. Ende 2016 seien es noch 38.012 Menschen gewesen.

"Tendenziell ist die Anzahl der Ausreisepflichtigen, deren Duldung auf fehlenden Reisedokumenten beruht, im Verlauf des Jahres 2017 kontinuierlich angestiegen", zitieren die Zeitungen aus dem Bericht. Ende 2017 seien 5.743 Einwanderer aus Indien aus diesem Grund in Deutschland geduldet, 4.943 aus Pakistan, 3.915 aus Afghanistan und 3.828 aus Russland. Bei fast 3.800 Menschen sei die Staatsangehörigkeit für die deutschen Behörden "ungeklärt".

Der Bericht zeige, dass die Zusammenarbeit der Behörden mit den ausländischen Botschaften in Deutschland bei der Beschaffung von Passersatzpapieren in vielen Fällen schlecht funktioniere. Zu Indien heißt es demnach: "streckenweise sehr langsame bis keine Bearbeitung der Passersatzanträge" – trotz "regelmäßiger Besuche in der Botschaft". Zu Pakistan heißt es dem Bericht zufolge: "Passersatzbeschaffung läuft, allerdings verzögert." Und zum Libanon: "Antworten auf Anträge äußerst rar. Kontakt zur Botschaft ist schlecht." Auch die Zusammenarbeit mit der Türkei läuft laut Lagebericht von Ende 2017 "bundesweit schlecht bis sehr schlecht".

Dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zufolge gab es 2017 etwa 26.000 Abschiebungen nach 28.000 im Vorjahr. Es kamen allerdings auch weniger Flüchtlinge und Migranten als vorher.