Die nordrhein-westfälische SPD plant einen Wechsel an der Parteispitze. Landesparteichef Michael Groschek hat angekündigt, nicht mehr für das Amt des Parteivorsitzenden zu kandidieren. "Wir werden eine große personelle Erneuerung an der Spitze der SPD erleben", sagte Groschek nach einer Sitzung des Landesvorstands der nordrhein-westfälischen Sozialdemokraten in Düsseldorf. Auch weitere Vorstandsmitglieder hätten angekündigt, nicht mehr anzutreten. Namen nannte er nicht.

Der Oberhausener Groschek hatte die Führung der Partei im Juni 2017 nach der schweren Niederlage der SPD bei der Landtagswahl übernommen. Seine Vorgängerin Hannelore Kraft, die zehn Jahre Chefin der NRW-SPD war, hatte noch am Wahlabend ihren Rücktritt bekannt gegeben. "Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich die Position in einem Übergang bekleide", sagte Groschek. Jetzt sei dieser Übergang vollendet. "Für den nun anstehenden Langstreckenlauf wird bald eine jüngere Generation Verantwortung übernehmen."

Bis zum Parteitag soll dem SPD-Landeschef zufolge eine Kommission ein Personaltableau aus sieben bis zehn Personen für die künftige Führung entwickeln. Die Parteispitze solle jünger und weiblicher werden. Wichtig sei auch, dass die Landes-, Bundes- und kommunale Ebene vertreten seien. Groschek sprach sich zudem für eine Fortführung des inhaltlichen Erneuerungsprozesses aus. Der erledige sich seiner Auffassung nach nämlich nicht durch die Neuwahl eines Vorstands. Der SPD-Parteitag werde "keine modische Parade mit Winkeelementen" sein. "Die Arbeit wird die Bühne bespielen und nicht nur die Rede zum Sonntag", sagte er.

Der größte SPD-Landesverband zieht den ursprünglich für Ende September geplanten Parteitag auf den 23. Juni vor. Dann soll in Bochum der gesamte Landesvorstand neu gewählt und auch der Generalsekretärsposten neu besetzt werden. Die bisherige Generalsekretärin Svenja Schulze ist als neue Bundesumweltministerin nach Berlin in die neue Bundesregierung gewechselt. Ihr Amt in NRW übernehmen bis zum Bochumer Parteitag Groschek und Landtagsfraktionschef Norbert Römer.