Die Spitze der Hamburger SPD hat den Finanzsenator Peter Tschentscher als neuen Ersten Bürgermeister nominiert. Das teilte der scheidende Regierungschef Olaf Scholz, der noch den SPD-Landesvorsitz innehat, nach einer Sitzung des Landesvorstands mit. Auf einem SPD-Sonderparteitag am 24. März soll die Ernennung bestätigt werden. Der Vorstand der Partei habe sich einvernehmlich für Tschentscher entschieden, sagte Scholz.

Die Nominierung von Tschentscher dürfte einige Rathausbeobachter überrascht haben: Der SPD-Fraktionschef Andreas Dressel galt seit einigen Tagen als Favorit für das Amt des Ersten Bürgermeisters. Einem Bericht der Bild zufolge hatte Dressel Bedenken geäußert, dass seine familiäre Situation mit drei kleinen Kindern einen derartigen Job schlecht zulasse. Nun soll er Tschentscher als Finanzsenator beerben.

Der 52-jährige Tschentscher gilt als versierter Finanzexperte. Gemeinsam mit dem angehenden Bundesfinanzminister Scholz truf er maßgeblich dazu bei, dass der rot-grüne Hamburger Senat sein Ziel eines ausgeglichenen Haushalts verfolgte. Als Sprecher der Finanzressortchefs der SPD-geführten Länder hat sein Wort auch bundesweit Gewicht, derzeit hat er den Vorsitz der Finanzministerkonferenz inne.

Nach der Sitzung des SPD-Landesvorstands gab Scholz eine weitere Personalie bekannt: Sozialsenatorin Melanie Leonhard werde ihm als neue Vorsitzende an der Spitze der Hamburger SPD nachfolgen.  

Olaf Scholz, der seit 2011 Hamburgs Erster Bürgermeister ist, wird in der kommenden Woche als Bundesfinanzminister und Vizekanzler in einer neuen großen Koalition vereidigt werden.