Die SPD hat ihre Minister für die kommende Bundesregierung vorgestellt. Der bisherige Hamburger Bürgermeister, Olaf Scholz, wird Finanzminister und Vizekanzler. "Olaf Scholz gehört zu den profiliertesten Finanzpolitikern Deutschlands. Zuletzt unter Beweis gestellt bei den schwierigen Verhandlungen zum Länderfinanzausgleich", lobte die Fraktionschefin und designierte Parteichefin Andrea Nahles bei der Vorstellung in der SPD-Parteizentrale in Berlin. Scholz habe als Arbeitsminister in der ersten großen Koalition während der Wirtschaftskrise dafür gesorgt, dass viele Menschen nicht in die Arbeitslosigkeit gefallen seien. Er sei "ein großer Gewinn für die Bundesrepublik".

Die meisten Personalien waren bereits vor der Vorstellungsrunde bekannt geworden. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil wird Bundesarbeitsminister. Heil war im Bundestagswahlkampf 2017 kurzfristig als Generalsekretär eingesprungen – zum zweiten Mal nach einer ersten Amtszeit als Generalsekretär 2009. Das Arbeitsministerium sei bei Heil in "guten Händen", so Nahles.

Die bisherige Familienministerin Katarina Barley wird das Justizressort übernehmen. Auch Barley war SPD-Generalsekretärin, als Vorgängerin von Heil. Im Frühjahr 2017 wechselte sie in das Familienministerium. Zuletzt war sie geschäftsführende Arbeitsministerin und galt daher als eine Favoritin auf den Posten. "Katarina Barley ist promovierte Juristin, sie bringt das mit, was es braucht, um eine großartige Justizministerin zu sein", sagte der kommissarische Parteichef Olaf Scholz bei der Vorstellung.

Umweltministerin wird die nordrhein-westfälische SPD-Generalsekretärin Svenja Schulze. Bereits gestern wurde bekannt, dass der bisherige Justizminister, Heiko Maas, ins Außenministerium wechselt. Maas habe Ausdauer und eine klare Haltung bewiesen, sagte Nahles, etwa wenn es darum gehe, Rassismus zurückzuweisen. Franziska Giffey, Bürgermeisterin in Neukölln, wird Familienministerien.

Staatsminister im Auswärtigen Amt bleibt Michael Roth, die SPD-Abgeordnete Michelle Müntefering wird Staatsministerin für internationale Kulturpolitik.

Bei der Vorstellungsrunde dankte Scholz auch den bisherigen SPD-Ministern, die der kommenden Bundesregierung nicht angehören werden: Umweltministerin Barbara Hendricks, Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries und Außenminister Sigmar Gabriel. "Sie haben das sehr gut gemacht", so Scholz über seine Parteifreunde.