Der bisherige Außenminister Sigmar Gabriel wird der neuen Bundesregierung nicht angehören. Darüber hätten ihn der kommissarische SPD-Vorsitzende Olaf Scholz und die designierte Parteichefin Andrea Nahles informiert, schrieb Gabriel auf Twitter.

Er werde nach wie vor Bundestagsabgeordneter sein, schrieb Gabriel. "Aber nun endet die Zeit, in der ich politische Führungsaufgaben für die SPD wahrgenommen habe." Er habe 18 Jahre lang für Deutschland und die SPD in leitenden Funktionen gearbeitet. Er wünsche der neuen Bundesregierung und seiner Partei "von Herzen" Erfolg für die Bewältigung der großen Herausforderungen zum Wohle Deutschlands und Europas.

Gabriel hatte im Februar der SPD-Spitze Wortbruch vorgeworfen, nachdem der damalige Parteichef Martin Schulz das Außenministerium für sich beansprucht hatte. Von seiner Partei wurde es Gabriel als Boshaftigkeit ausgelegt, dass er seine Tochter in dem Konflikt instrumentalisiert hatte: "Meine kleine Tochter Marie hat mir heute früh gesagt: 'Du musst nicht traurig sein, Papa, jetzt hast Du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht'", hatte Gabriel der Funke-Mediengruppe gesagt.

Ende Februar hatte er erklärt, er wolle nicht um jeden Preis im Amt bleiben. Im Interview mit der Braunschweiger Zeitung sagte Gabriel: "Ich halte nichts davon, um Ämter zu kämpfen und sich daran zu klammern. Wir sind nun mal Gewählte und keine Erwählten". 

Die SPD will bis Freitag entscheiden, welche drei Männer und drei Frauen sie ins Kabinett schickt. Als Vizekanzler und Finanzminister gesetzt gilt Hamburgs bisheriger Regierungschef Scholz. 

Gabriel war seit 2013 Vizekanzler, von 2005 bis 2009 war er in der ersten großen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel Umweltminister, von Dezember 2013 bis Anfang 2017 Wirtschaftsminister. Danach führte er das Auswärtige Amt.