Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will in Kürze Gespräche über die künftige Handelspolitik mit den USA führen. "Einzelfragen müssen jetzt geklärt werden – und zwar nicht irgendwann, sondern sehr schnell in den nächsten Wochen", sagte Altmaier im Deutschlandfunk. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angekündigt, unter anderem die EU-Mitgliedsstaaten von den Strafzöllen auf Aluminium und Stahl zunächst auszunehmen.

Der CDU-Politiker sagte, er sei froh, dass "wir für die deutsche Stahl- und Aluminiumindustrie und die Beschäftigten dort jetzt eine Situation vermieden haben, die zu großer Unsicherheit geführt hätte". In den kommenden sechs Wochen wolle er "intensiv und konzentriert" mit der amerikanischen Seite verhandeln. "Ich bin und bleibe überzeugt, dass ein freier und fairer Welthandel im Interesse aller Beteiligten ist. Darüber werden wir mit den US-Amerikanern sprechen", sagte Altmaier. Die Ausnahme für die EU-Staaten soll laut dem Weißen Haus zunächst bis Mai gelten.

In den Verhandlungen werde es darum gehen, in welchen Handelsbereichen sich die Amerikaner und in welchen sich die Europäer unfair behandelt fühlen. Auch auf internationaler Ebene müsse diskutiert werden, wie unfaire Praktiken abgebaut werden können. "Am Ende dieser Gespräche muss die internationale Handelsarchitektur stabiler sein", sagte Altmaier.

Der Wirtschaftsminister sagte außerdem, er glaube nicht, dass wegen der US-Zölle günstiger chinesischer Stahl den europäischen Markt dominieren wird. "In dem Fall hätten wir auch die Möglichkeit, uns zur Wehr zu setzen", sagte er.

Trump hatte Anfang März angekündigt, Importzölle von 25 Prozent auf Stahl und Aluminium verhängen zu wollen, die nun in Kraft treten. Zunächst waren nur Ausnahmen für Kanada und Mexiko geplant. Am Donnerstag aber hatte der Handelsbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Robert Lighthizer, bekannt gegeben, die Europäische Union ebenso wie Argentinien, Brasilien, Australien und Südkorea vorläufig von der Regelung auszunehmen. Die EU hatte zuvor Gegenmaßnahmen angekündigt, sollten die Zölle auch für ihre Mitgliedsstaaten gelten.