Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat strengere Sanktionen für Unternehmen angekündigt, die keine Zielvorgaben melden für den Frauenanteil in Vorständen und anderen Führungsebenen. Mehr als die Hälfte der betroffenen Unternehmen kämen ihrer Verpflichtung nicht nach, sagte Giffey bei einem Forum der Organisation Frauen in die Aufsichtsräte. Auch würden die für solche Verstöße vorgesehenen Bußgelder nicht verhängt. "Da braucht es offenbar noch einmal eine klarere Ansage an die zuständigen Behörden."

Ein seit 2015 geltendes Gesetz schreibt für größere Unternehmen im Aufsichtsrat eine Frauenquote von 30 Prozent vor. Für den Vorstand und andere Führungsgremien sollen sie eigene Zielgrößen geben. Von der Regelung betroffen sind die 100 größten Unternehmen und 4.000 weitere mitbestimmungspflichtige Unternehmen.

Laut Giffey ist in den Aufsichtsräten der rund 100 größten Unternehmen die Frauenquote von 30 Prozent erreicht, in den Vorständen liege der Frauenanteil aber nur bei sechs Prozent. "Und von den Unternehmen, die Zielgrößen für den Vorstand haben, sagen 70 Prozent: Wir planen keine Frauen im Vorstand. Zielgröße Null.", sagte sie laut Redemanuskript.