Als erstes großes Projekt will Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) in der kommenden Woche über das sogenannte "Gute-Kita-Gesetz" abstimmen lassen. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe nannte sie erstmals Details des Entwurfs. So wolle der Bund mit jedem Bundesland konkrete Vereinbarungen treffen, welche Instrumente zur Steigerung der Qualität gewählt würden. Der Bund stellt den Ländern nach Giffeys Angaben allein in dieser Wahlperiode zusätzliche 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

"Das Gesetz enthält neun verschiedene Instrumente, um die Länder bei der Verbesserung der Kita-Qualität zu unterstützen – von der Gebührenbefreiung über den Betreuungsschlüssel bis zur Sprachförderung", sagte Giffey. Zugleich forderte sie, dringend auch die Ausbildung, Arbeitsbedingungen und Bezahlung für Erzieher zu verbessern, um mehr Menschen für den Beruf zu gewinnen. "Sie gehören zum pädagogischen Personal – daran muss sich die Bezahlung orientieren."

Die Ministerin warnte vor falschen Hoffnungen, der Fachkräftemangel lasse sich mit Zuwanderung lösen. "Es hilft nicht, einfach Leute aus dem Ausland reinzuholen. Wir müssen schon zusehen, dass der Beruf hier attraktiver wird – und dass mehr junge Leute sich dafür entscheiden." Entscheidend sei dafür die Bezahlung. 

Auch die frühere Bundesfamilienministerin und jetzige Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), hatte sich für Verbesserungen bei den Kitas eingesetzt. Damals hatten sich Bund und Länder auf ein entsprechendes Eckpunktepapier geeinigt.