Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verlangt in dieser Legislaturperiode einem Zeitungsbericht zufolge zwölf Milliarden Euro mehr für die Bundeswehr. Diese Summe habe die Ministerin in den vertraulichen Haushaltsverhandlungen mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) angemeldet, berichtete die Bild am Sonntag. Scholz' Finanzplan sehe dagegen bis 2021 eine Erhöhung des Wehretats um 5,5 Milliarden Euro vor.

Die geplanten Zuwächse seien "gemessen am gewaltigen Nachhol- und Modernisierungsbedarf insbesondere in der Mittelfrist noch unzureichend", hatte das Ministerium bereits am Freitag kritisiert. Dem Bericht zufolge will von der Leyen bei den anstehenden Haushaltsberatungen mit dem Stopp eines internationalen Rüstungsprojekts drohen, falls die Verteidigungsausgaben nicht deutlich aufgestockt werden. Ihr Ministerium habe bereits eine Streichliste von Rüstungsprojekten erarbeitet: Auf Platz eins stehe die Kooperation im U-Boot-Bereich, an zweiter Stelle stehe der Kauf von sechs Transportflugzeugen C-130 Hercules.

Dem Bericht zufolge haben zuletzt sieben Eurofighter-Piloten ihren Dienst bei der Bundeswehr quittiert. Für die Truppe sei dies ein teurer Verlust, da die Ausbildung der Piloten pro Kopf etwa fünf Millionen Euro koste. Mit Fluglehrern und Einsatz-Crews gibt es laut BamS insgesamt etwa 120 Eurofighter-Piloten. "Die Kündigungen sind bedauerlich. Unsere Einsatzbereitschaft ist dadurch aber nicht gefährdet", sagte ein Sprecher der Luftwaffe der Zeitung.

Der Bundeswehrverband hatte zuvor eine Aufstockung des Wehretats um ganze 15 Milliarden Euro in der laufenden Legislaturperiode gefordert. Zuletzt war mehrfach Kritik an der Ausrüstung und Einsatzfähigkeit der Bundeswehr laut geworden. Der Bundesrechnungshof hatte der Truppe aber auch Verschwendung bei der Ausbildung von Eurofighter-Piloten und bei der Modernisierung von IT-Systemen vorgeworfen. Für eine bessere Ausstattung plant das Verteidigungsministerium laut Medienberichten, Rüstungsaufträge in Milliardenhöhe zu vergeben.