Nur ungefähr der Hälfte derjenigen, die an den sogenannten Integrationskursen teilnehmen, gelingt es auf Anhieb, den geforderten Deutschtest mit dem Niveau B1 zu bestehen. Das geht aus der jährlichen Statistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hervor.

Demnach besuchten im vergangenen Jahr 339.578 Menschen erstmals einen solchen Integrationskurs. Zielgruppe sind neben Flüchtlingen auch Spätaussiedler und Zuwanderer aus EU-Ländern. Über die Kurse sollen sie mit den Lebensverhältnissen in Deutschland und mit der deutschen Sprache vertraut gemacht werden. 600 der Unterrichtseinheiten dienen dabei dem Spracherwerb. Den Abschluss des Kurses bildet der sogenannte Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ). Ziel ist es, dabei das Sprachniveau B1 zu erreichen – mindestens aber das niedrigere Niveau A2. B1 gilt als ausreichend, um sich im Alltag verständlich zu machen und selbständig klarzukommen.

Von den 339.578 Kursteilnehmenden beendeten laut BAMF 289.751 den Integrationskurs mit der geforderten Sprachprüfung. 14,7 Prozent hingegen legten keine Prüfung ab. Als Gründe dafür gibt das Bundesamt an, dass einige Teilnehmer während des Kurses krank werden, andere eine Arbeit finden oder umziehen und deshalb nicht zur Abschlussprüfung antreten würden.

48 Prozent schaffen B1

Von denen, die bis zum Ende durchhielten, schafften 141.200 und damit 48,7 Prozent die DTZ-Prüfung mit dem Niveau B1. 40,8 Prozent erreichten bei der Prüfung das Niveau A2 – und 10,5 Prozent fielen durch. Wer bei dem Test nicht B1 erreicht, kann einen zusätzlichen Sprachkurs mit 300 Unterrichtsstunden belegen und anschließend die Prüfung wiederholen. Dadurch sind in jedem Jahr 30 bis 40 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer Kurswiederholer.

Nach Angaben von Sprachlehrern liegt das zum Teil schlechte Abschneiden an einer fehlenden Lernkultur und daran, dass viele Flüchtlinge nach wie vor traumatisiert sind und deswegen Mühe haben, die neuen Inhalte zu erfassen. Auch dass die meisten bereits erwachsen seien, und ihnen der Spracherwerb schwerer falle als Kindern, hat demnach möglicherweise Einfluss. Die hohe Zahl der Kurswiederholenden legt nahe, dass 600 Unterrichtseinheiten angesichts dieser Hürden möglicherweise nicht genug sind, um das geforderte Sprachniveau zu erreichen.

Insgesamt sinkt die Zahl der Teilnehmenden an den Integrationskursen laut BAMF wieder. Zum Höhepunkt, 2016, nahmen noch mehr als 500.000 teil.