Grundschüler aus Einwandererfamilien sollen in Bayern künftig in separaten Klassen in Wertekunde unterrichtet werden. Zusätzlich zum regulären und Sprachunterricht sollen den Kindern und Jugendlichen in sogenannten Deutschklassen deutsche Werte vermittelt werden, kündigte Ministerpräsident Markus Söder in einem Interview mit der Bild am Sonntag an. Von der erfolgreichen Teilnahme an diesem Werte- und Sprachunterricht hänge dann ab, wer in reguläre Klassen wechseln dürfe. "Nur diejenigen Schüler kommen in den Regelunterricht, die unsere Sprache sprechen und unsere Werte verstehen. Intoleranz und Antisemitismus gehören nicht dazu", sagte Söder.

Die neuen separaten Einwandererklassen sollen einen intensiveren Unterricht in deutscher Sprache und Werten ermöglichen. Dafür würden die Schüler ganztags und in kleineren Klassenstärken unterrichtet. "Denn das kann man nicht nur in vierwöchigen 'Crashkursen' lernen", sagte Söder. Bayerns Prägung sei christlich-abendländisch, mit jüdischen und humanistischen Wurzeln. Grundsätzlich gelte zwar die Religionsfreiheit, "aber jeder, der zu uns kommt, muss sich unseren Werten, Sitten und Gebräuchen anpassen und nicht umgekehrt".

Das neue Schulkonzept sei auch eine Antwort auf die Ängste der Bürger. "Viele Menschen sind verunsichert. Denn gerade in manchen Großstädten bringt die hohe Zuwanderung auch große Sprachprobleme in die Schulen. Viele Eltern sorgen sich um die Bildungschancen ihrer Kinder." Nach Angaben des bayerischen Kultusministeriums lernen derzeit rund 65.000 ausländische Schülerinnen und Schüler an bayerischen Grund- und Mittelschulen. Bundesweit hatte im letzten Schuljahr etwa jeder zehnte Grundschüler keine deutsche Staatsbürgerschaft, wie das statistische Bundesamt angibt.