Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff hat die Absage von Bundeskanzlerin Angela Merkel an eine deutsche Beteiligung an einer Militäroperation in Syrien kritisiert. "Ich finde es bedauerlich, dass die Bundeskanzlerin in ihrer Äußerung sofort jede Unterstützung an dieser Stelle ausgeschlossen hat", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag. "Sollten unsere Partner Unterstützung brauchen und eventuell anfordern, dann sollte das zumindest nicht von vorneherein ausgeschlossen sein."

Die Nato-Verbündeten USA, Frankreich und Großbritannien erwägen einen militärischen Vergeltungseinsätze gegen Syrien für den mutmaßlichen Giftgas-Einsatz in der Stadt Duma. Merkel (CDU) hat eine Beteiligung der Bundeswehr am Donnerstag klar ausgeschlossen. Auch Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte, dass ein militärisches Eingreifen Deutschlands kein Thema sei.

Lambsdorff sagte, er finde es in der aktuellen Situation richtig, wenn Deutschland an der Seite der westlichen Partner stehe. "Wenn Frankreich, Großbritannien und Amerika der Meinung sind, in einer solchen Situation ein militärisches Signal senden zu müssen, dann ist das vor dem Hintergrund dieses fürchterlichen Chemiewaffenangriffs eine Entscheidung, die wir als Freie Demokraten auch nachvollziehen können."

Ein Militäreinsatz westlicher Länder in Syrien ist trotz anhaltend massiver Drohungen noch keine beschlossene Sache. Die US-Regierung erklärte, eine Entscheidung sei noch nicht gefällt. US-Präsident Donald Trump war zuvor mit seinen Sicherheitsberatern zusammengekommen und telefonierte unter anderem mit der britische Premierministerin Theresa May. Beide stimmten darin überein, keine weiteren Chemiewaffeneinsätze in Syrien zulassen zu wollen, teilte das Büro Mays mit.

Ermittler der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) sind auf dem Weg nach Syrien. Sie sollen dort ab Samstag mit Untersuchungen beginnen.