Die AfD demonstriert an diesem Sonntag am Brandenburger Tor in Berlin – und Tausende Menschen wollen dagegen protestieren. Parteien, linke Gruppen und Clubs haben zu Gegendemonstrationen aufgerufen. Weil einige linksradikale Gruppen Blockaden ankündigten, wird die Polizei mit einem Großaufgebot von 2.000 Beamten im Einsatz sein.

Die AfD rechnet mit einigen Tausend Teilnehmern. Unter dem Motto "Zukunft für Deutschland" wollen sie von 12 Uhr an vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor ziehen. Dort sind gegen 15 Uhr Reden der AfD-Vorsitzenden Jörg Meuthen und Alexander Gauland sowie ihrer Vorstandsbeisitzerin Beatrix von Storch geplant. Sie werden sich voraussichtlich gegen "Massenmigration" wenden, die vermeintliche Grenzöffnung durch Kanzlerin Angela Merkel 2015 kritisieren, auch die hohe Staatsverschuldung und die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank, die die Altersvorsorge vieler Bürger gefährde.

Habeck will zu AfD-Gegnern sprechen

Die zentrale Kundgebung der AfD-Gegner ist von 11 Uhr an auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude geplant. Zu den Organisatoren gehört das Bündnis Stoppt den Hass – Stoppt die AfD. Getragen wird die Veranstaltung von Gewerkschaften und anderen Parteien. Angekündigt hat sich unter anderen der Parteivorsitzende der Grünen, Robert Habeck.

Berliner Clubs ziehen zudem mit 30 Musikwagen und einer Partydemo über die Straße des 17. Juni Richtung Brandenburger Tor. Angemeldet waren 15.000 Teilnehmer. Parallel wollen Demonstranten mit Booten und Flößen auf der Spree ins Regierungsviertel fahren.

Kramp-Karrenbauer: AfD bringt "Antisemitismus in die Parlamente"

Unterdessen hat CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer der AfD vorgeworfen, "Antisemitismus in die Parlamente" zu bringen. "Alte Nazis, Neonazis und Rechtspopulisten. Sie sehen den Menschen nicht in seiner Würde als Individuum. Diese Leute sind eine Bedrohung für jüdisches Leben in Deutschland", schrieb Kramp-Karrenbauer in einem Gastbeitrag für die Bild am Sonntag. Die "Rattenfänger" der AfD würden zwar versprechen, jüdisches Leben in Deutschland schützen zu wollen. Allerdings gebe es in der Partei "an allen Ecken und Enden Antisemitismus".

Kramp-Karrenbauer verurteilte auch Boykottaufrufe gegen Israel von Linken und Linksextremen und forderte ein härteres Vorgehen gegen antisemitische Vorfälle. "Judenfeindlichkeit wird in Moscheen gepredigt, läuft über Fernsehbildschirme und YouTube-Clips und wird auf Schulhöfen gelebt. Wenn wir in der Vergangenheit zu wenig auf dieses Problem geschaut haben, dann werden wir dies verstärkt tun müssen. Bei denen, die kommen, und bei denen, die schon hier sind."