Die Opposition im Bundestag hat die jüngste Asyloffensive der Union kritisiert. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatten gefordert, Asylbewerberinnen und -bewerbern nur noch Sachleistungen zu gewähren und die Entwicklungshilfe etwa für Marokko und Tunesien zu streichen, wenn diese Abschiebungen blockieren. "Die Herren Herrmann und Kretschmer haben es leider immer noch nicht verstanden", sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der Passauer Neuen Presse. "Die Lösung der globalen Migrationsproblematik gelingt nur durch Kooperation."

Aus dem gleichen Grund lehnt die FDP die Vorschläge strikt ab. "Die Forderung nach Kürzung der Entwicklungshilfe für Staaten, die bei der Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern nicht mitwirken, ist ein Widerspruch in sich", sagte ihr Vizefraktionschef Stephan Thomae der Zeitung. Schließlich ziele die Entwicklungspolitik der Bundesregierung darauf ab, das Leben und Wirtschaften in den Herkunftsländern wieder zu ermöglichen. Eine Kürzung der Mittel würde "die Fluchtursachen eher verstärken".

Das Ziel Deutschlands müsse es aber sein, dass Menschen erst gar nicht ihre Heimatländer verlassen. "Das schaffen wir nur durch zielgerichtete Entwicklungshilfe, die dafür sorgt, dass die Lebensverhältnisse vor Ort besser werden."