Die Chefs der Unionsfraktionen von Bund und Ländern fordern einem Medienbericht zufolge einen bundesweiten Wertekundeunterricht für Kinder von Flüchtlingen. Ein solcher Beschluss solle am Montag auf der Konferenz der Unionsfraktionschefs in Frankfurt am Main verabschiedet werden, berichtete die Rheinische Post und zitierte aus einem entsprechenden Entwurf. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatten sich schon vorher öffentlich dafür eingesetzt.

In dem Entwurf der Unionsfraktionschefs heißt es laut der Zeitung: "Die Integration derer, die in Deutschland bleiben können, hat – nicht zuletzt zur Wahrung des gesellschaftlichen Friedens – Priorität. Dazu gehört über den notwendigen Willen zum Spracherwerb hinaus auch die bundesweite Einführung von Rechtsstaatsklassen beziehungsweise Wertekundeunterricht, um Flüchtlingen die Werte und Grundregeln unseres Rechtsstaates zu vermitteln."

Sprach- und Wertevermittlung sollten dem regulären Unterricht "vorgeschaltet sein und sind unabdingbare Voraussetzung für gelingende Integration", zitiert die Zeitung weiter aus dem Papier. "Ziel dieses Unterrichts soll sein, dass Flüchtlinge sich in unserem Werte-/Rechtsstaatssystem besser zurechtfinden können und ihnen gleichzeitig die Grenzen und Verpflichtungen unseres Rechtsstaates vermittelt werden."

Beim Spitzentreffen der Unionsfraktionschefs aus dem Bund und den Ländern wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet. Nach den Vorfällen in Ellwangen, wo Asylbewerber zum Teil gewaltsam gegen die Abschiebung eines Togoers demonstrierten, und der CSU-Forderung nach Ankerzentren gilt die Flüchtlings- und Migrationspolitik als eines der wichtigsten Themen der Konferenz.