Führende SPD-Politiker haben der Union vorgeworfen, die Regierungsarbeit in der großen Koalition zu blockieren. "Wir als SPD wollen die Dinge umsetzen, die im Koalitionsvertrag vereinbart sind", sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft. Dieser Wille sei jedoch nicht bei jeder Ministerin und jedem Minister von CDU und CSU zu spüren.

"Die Union muss jetzt aus dem Schlafmodus kommen", forderte Klingbeil. Nur so könne die Bewertung der Regierungsarbeit zur Mitte der Wahlperiode zufriedenstellend ausfallen. Dass die Union immer noch das Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit blockiere, schaffe in dieser Hinsicht kein Vertrauen.

Auch der SPD-Vizevorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel zeigte sich unzufrieden mit dem Koalitionspartner. Wenn sich die Union weiter gegen zentrale Anliegen der Sozialdemokraten stelle, "dürfte es zur Halbzeitbilanz ziemlich scheppern", sagte er den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland. Dies betreffe unter anderem das Gesetz zur Mietpreisbremse. Im Koalitionsvertrag sei eine Verschärfung der Regelung klar verabredet. "Ich warne CDU und CSU eindringlich davor, an dieser Einigung zu rütteln – das hätte Folgen."