Trotz Verlusten ist die CDU aus den Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein erneut als stärkste Kraft hervorgegangen. Die Union kam laut vorläufigem amtlichen Endergebnis auf 35,1 Prozent der Stimmen – und erhielt damit 3,8 Prozent weniger als 2013. Trotz der Verluste konnte sie den Vorsprung zur SPD vergrößern, die Sozialdemokraten erhielten 23,3 Prozent aller Stimmen und fielen damit im Vergleich zur letzten Kommunalwahl um 6,5 Prozent zurück.

Die beiden Koalitionspartner, die mit der CDU auf Landesebene regieren, konnten hingegen zulegen: Die Grünen kamen auf 16,5 Prozent der Stimmen (plus 2,8), 6,7 Prozent wählten die FDP (plus 1,7). An der Kommunalwahl beteiligten sich 47,1 Prozent der 2,4 Millionen Wahlberechtigten.

CDU-Landeschef Daniel Günther zeigte sich im Kieler Landeshaus zufrieden, obwohl seine Partei seit Langem keine so schlechten Ergebnisse bei Kommunalwahlen im Norden geholt hatte. "Wir bleiben die stärkste kommunalpolitische Kraft im Land und konnten unseren Abstand deutlich ausbauen", sagte der Ministerpräsident. Die Stimmverluste der CDU führte er unter anderem darauf zurück, dass diesmal auch die AfD angetreten war.

AfD kam auf 5,5 Prozent der Stimmen

Die AfD erhielt bei der Kommunalwahl 5,5 Prozent, die Linke kam auf 3,9 Prozent (plus 1,4). Wählergemeinschaften erhielten landesweit 4,6 Prozent der Stimmen (minus 0,2).

Der SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner brachte das Wahlergebnis im NDR-Fernsehen mit dem negativen Bundestrend seiner Partei in Verbindung. "Mit dem Ergebnis bin ich natürlich nicht zufrieden. Wir müssen weiter an unserem Profil arbeiten."

Etwa 2,4 Millionen Menschen waren wahlberechtigt. Sie entschieden über die Zusammensetzung in rund 1.080 kreisangehörigen Gemeinden, in den kreisfreien Städten Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster sowie in den elf Kreisen. Die SPD lag nur in den beiden großen Städten Kiel und Lübeck vorn, in Neumünster und Flensburg war die CDU am stärksten.