Was ist das Baukindergeld?

Mit dem Baukindergeld sollen Familien mit Kindern, die zum ersten Mal eine Immobilie kaufen oder etwas bauen, finanziell gefördert werden. Das hatten CDU, CSU und SPD am 4. Februar in ihren Koalitionsverhandlungen angekündigt. Nun ist das Baukindergeld offiziell gestartet und soll rückwirkend für alle Familien gelten, die seit dem 1. Januar 2018 Eigentum erworben haben. Ziel ist es, Familien beim Erwerb von Eigentum zu unterstützen und damit indirekt die Eigenheimquote zu fördern, die in Deutschland vergleichsweise niedrig ist: 2016 lag sie bei knapp über 50 Prozent, der europäische Durchschnitt bei 70 Prozent.

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Wie hoch ist die Förderung und wie lange bekommt man sie?

Es handelt sich um eine staatliche Förderung in Höhe von 1.200 Euro pro Kind und pro Jahr. Sie soll über insgesamt zehn Jahre nach Kauf der Immobilie ausgezahlt werden. Eine Familie mit einem Kind könnte so maximal 12.000 Euro Förderung erhalten.

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Wer bekommt Baukindergeld?

Baukindergeld bekommen Familien, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen nicht über 75.000 Euro liegt. Pro Kind gibt es dazu einen Freibetrag in Höhe von 15.000 Euro. Für eine Familie mit einem Kind liegt die Grenze für das Baukindergeld dann bei 90.000 Euro, für eine Familie mit zwei Kindern bei 105.000 Euro. Die Förderung gilt zudem nur für den Ersterwerb, daher bekommen Familien, die bereits eine eigene Immobilie besitzen, keine Förderung.

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Wo kann man es beantragen?

Bei der KfW-Bank. Den Zuschuss gibt es für Verträge oder Baugenehmigungen, die bis Ende 2020 abgeschlossen werden. Anträge können bei Vorliegen der Kauf- oder Bauunterlagen hier gestellt werden. Der Antrag soll bei einem Kauf aber am besten erst nach Einzug gestellt werden.

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Warum die zeitliche Begrenzung?

Damit sollen die Kosten im Griff gehalten werden. Haushälter rechnen mit dem Auslaufen der letzten Zahlungen mit einer Summe von bis zu zehn Milliarden Euro. Experten des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hatten hingegen ausgerechnet, dass das Baukindergeld ab der Einführung 2018 bis zum Jahr 2021 mindestens 3,6 Milliarden Euro kosten wird. Zunächst war von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) eine Deckelung auf 120 Quadratmeter Wohnfläche geplant, als Kompromiss gab es dann die zeitliche Begrenzung.

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Wer profitiert vom Baukindergeld?

Nach wie vor muss für den Erwerb von Eigentum ein gewisses Startkapital vorhanden sein. Erst wenn Familien das nachweisen können, haben sie auch einen Anspruch auf Baukindergeld. So profitieren zunächst einmal nur Familien, die finanziell in der Lage sind, das benötigte Startkapital aufzubringen. Das ist ein wesentlicher Kritikpunkt an dem geplanten Baukindergeld.

In Ballungsgebieten kann eine steigende Immobiliennachfrage dazu führen, dass die Immobilien- und Grundstückspreise ansteigen. Expertinnen und Experten prognostizieren: Stiegen die Immobilienpreise um fünf Prozent, würde das den Zuschuss durch das Baukindergeld wieder aufheben. Familien, die auf dem Land leben, müssen weniger um einen Anstieg der Immobilienpreise fürchten und profitieren eher vom Baukindergeld.

Schon von der Eigenheimzulage, die es zwischen 1996 und 2005 gab, profitierten nicht die Familien mit geringen Einkommen, weil ihnen meist das Eigenkapital fehlte, sondern die Mittelschicht. Durch die erhöhte Nachfrage stiegen schließlich die Immobilien- und Grundstückspreise.

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Warum sprechen Kritiker von einer Verschwendung?

"Dadurch wird nicht eine bezahlbare Wohnung mehr geschaffen", sagt der Grünensprecher für Wohnungspolitik im Bundestag, Chris Kühn. "Im Gegenteil: Es wird zu massiven Mitnahmeeffekten führen und die Preise noch anheizen." Das Baukindergeld subventioniere durch den Förderanreiz die Umwandlung von noch mehr Mietwohnungen in Eigentumswohnungen – die aber im Preis weiter steigen würden. Zudem zahlten auch Steuerzahler, die sich trotzdem keine Wohnung leisten können, das Programm mit.

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Was ist noch geplant?

Ein Steuerbonus soll dafür sorgen, dass private Investoren mehr bezahlbare Mietwohnungen schaffen. Dafür will der Bund zusätzlich zur normalen Abschreibung für vier Jahre eine Sonderabschreibung von jährlich fünf Prozent gewähren, berichtet die Funke Mediengruppe. Das soll das Kabinett am Mittwoch beschließen. Der Bonus soll für alle Bauanträge zwischen dem 31. August 2018 und Ende 2021 gelten. Die Wohnung muss mindestens zehn Jahre vermietet werden und die Kauf- und Baukosten dürfen nicht mehr als 3.000 Euro pro Quadratmeter betragen. So soll verhindert werden, dass auch Investoren im gehobenen Segment noch Steuerboni kassieren können.

Mit Material von dpa

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