Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf für das lange umstrittene Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit auf den Weg gebracht. Gestaffelt nach Betriebsgrößen sollen Arbeitnehmer laut dem Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) automatisch ein Recht auf Rückkehr in ihren Vollzeitjob erhalten, wenn sie für eine von vornherein befristete Dauer in Teilzeit wechseln. Danach sollen alle Beschäftigten in Betrieben ab 45 Arbeitnehmern ein Recht auf eine befristete Teilzeitphase bekommen, die zwischen einem und fünf Jahre dauern kann.

Das würde für etwa 22 Millionen Beschäftigte gelten. Für derzeitig Teilzeitbeschäftigte soll es leichter werden, ihren Wunsch auf Vollzeit gegenüber dem Arbeitgeber durchzusetzen. Die Neuregelungen sollen zum 1. Januar 2019 in Kraft treten. Der Bundestag muss dem Gesetzentwurf noch zustimmen.

Die SPD wollte die sogenannte Brückenteilzeit schon in der letzten Legislaturperiode beschließen, konnte aber mit der Union keinen Konsens finden. Umstritten war bis zuletzt die Beweislastumkehr. Damit ist gemeint, dass die Arbeitgeber nachweisen müssen, keine passende Vollzeitstelle anbieten zu können. Laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland hat Heil seinen Entwurf noch entschärft: Ursprünglich war vorgesehen, dass der Arbeitgeber die Beweislast für das Fehlen eines entsprechenden freien Arbeitsplatzes zu tragen habe, wenn ein Arbeitnehmer in Vollzeit zurückkehren wolle. Der Gesetzentwurf sei nun durch eine Klarstellung ergänzt worden, in der es heiße: "Ein freier zu besetzender Arbeitsplatz liegt vor, wenn der Arbeitgeber die Organisationsentscheidung getroffen hat, diesen zu schaffen oder einen unbesetzten Arbeitsplatz neu zu besetzen."