Die Grünen im Bundestag wollen Empfängerinnen und Empfängern staatlicher Leistungen wie Bafög, Hartz IV oder Wohngeld einen kostenfreien Zugang zu Verhütungsmitteln wie der Pille schaffen. "Gleichzeitig muss auch der kostenlose Zugang zu Kondomen gefördert werden", heißt es in einem Antrag der Fraktion. Zuvor hatte die Saarbrücker Zeitung darüber berichtet.

Zur Begründung verweisen die Grünen auf eine Studie im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Dieser zufolge wechseln Frauen, die staatliche Unterstützungsleistungen beziehen, aus Kostengründen zu weniger sicheren Verhütungsmitteln oder verzichten ganz auf Verhütung.

"Damit haben Frauen, die staatliche Unterstützungsleistungen beziehen, ein höheres Risiko einer ungewollten Schwangerschaft", schreibt die Fraktion.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Maria Klein-Schmeink, sagte dazu: "Sichere Empfängnisverhütung darf nicht vom Geldbeutel abhängen." Daher wolle man die Erstattung über die Krankenkassen organisieren. Diese Kosten würden dann den Krankenkassen durch einen Steuerzuschuss ersetzt. Nach dem Willen der Grünen soll der Bundestag noch vor der Sommerpause über den Antrag entscheiden.