Horst Seehofer wird als erster Bundesinnenminister nicht am Integrationsgipfel teilnehmen und stößt damit bei der Türkischen Gemeinde in Deutschland auf Kritik. Er könne den Grund nicht nachvollziehen, sagte der Vorsitzende Gökay Sofuoglu im SWR. Er habe das Gefühl, dass Seehofer noch nicht bereit sei, mit den Migranten und mit anderen Regierungsvertretern über die Zukunft Deutschlands zu reden.

Sofuoglus sagte, ein gemeinsames Treffen wäre gerade nach der Debatte um die Gründung des neuen Heimatministeriums sinnvoll gewesen. Es wäre die erste Gelegenheit gewesen, miteinander zu reden, wie die Zukunft "dieser Einwanderungsgesellschaft" gemeinsam gestaltet werden könne.

Seehofer, der als Minister auch für Integration und Heimat zuständig ist, hatte am Montag seine Teilnahme am Integrationsgipfel im Kanzleramt abgesagt. Als Grund dafür nannte er die Teilnahme der Journalistin Ferda Ataman. In einem Artikel (PDF) hatte die Journalistin gewarnt, Deutschland "als Heimat der Menschen, die zuerst hier waren" zu verstehen.

Der Deutsche Integrationsgipfel ist eine seit 2006 regelmäßig im Bundeskanzleramt stattfindende Konferenz mit prominenten Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft. Ergebnis des ersten Gipfels war ein nationaler Integrationsplan mit mehr als 400 Maßnahmen zur besseren Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.