Auf dem Linken-Parteitag in Leipzig ist es zu einer offenen Auseinandersetzung über die Vorstellungen von Fraktionschefin Sahra Wagenknecht zum Thema Flüchtlingspolitik gekommen. Diese verteidigte ihre Vorschläge zu Einschränkungen bei der Zuwanderung und wurde dafür von einem Teil der Delegierten kritisiert. 

Sie stehe zum Asylrecht und sei für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen, sagte Wagenknecht auf dem Parteitag. Es gehe in der parteiinternen Debatte vielmehr um Arbeitsmigration und die Frage, ob es einen unbeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt geben solle. Die Fraktionsvorsitzende rief zu Sachlichkeit und einem Ende der Diffamierungen auf.   

Wagenknechts Auffassung nach sei es eine Unkultur der Debatte und infam, jemandem bei dieser Frage Rassismus, Nationalismus und Nähe zur AfD vorzuwerfen. Stattdessen müsse die Linke sich der AfD und den Rechten in der Gesellschaft entgegenstellen, anstatt sich gegenseitig zu zerlegen. 

Nach Wagenknechts Rede kam es zu kritischen Wortmeldungen von Delegierten. Es gab Buhrufe, aber auch Zustimmung. Schließlich kam es zu dem überraschenden Antrag, eine Debatte zu dem Thema einzuschieben. Mit nur einer Stimme Vorsprung entschied der Parteitag, eine solche außerplanmäßige Debatte zum Thema Migration und zu Wagenknechts Positionen einzufügen.