Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen sollen spätestens ab 2021 digital auf ihre Patientendaten zugreifen können. Das forderte der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Demzufolge wolle Spahn entsprechende gesetzliche Vorgaben noch in diesem Monat vorlegen.

Spahn erklärte sein Vorhaben: "Versicherte sollen auch auf Tablets und Smartphones auf ihre elektronische Patientenakte zugreifen können. Das ist nicht das Ende der elektronischen Gesundheitskarte, aber eine zusätzliche, patientenfreundliche Option". Zu diesem Zweck solle auch das Authentifizierungsverfahren vereinfacht und erweitert werden: Wie beim Onlinebanking sollten Versicherte selbst mit PIN und TAN auf ihre eigenen Daten zugreifen können. Daten dürften jedoch weiterhin nur dann übertragen werden, wenn der Patient oder die Patientin dies wünsche, betonte Spahn.

Bislang ist es rechtlich nicht eindeutig, ob Gesundheitsdaten auf Wunsch der Versicherten überhaupt elektronisch übermittelt werden dürfen. Das wolle er zeitnah ändern, sagte Spahn: Die Kassen, die mit den Neuerungen nicht bis Ende 2020 warten wollen, "bekommen jetzt die notwendige Rechtssicherheit", bereits heute eine elektronische Patientenakte (ePA) anbieten zu dürfen. Diese Maßnahmen duldeten keinen Aufschub. 

Entscheidend bei der Einführung einer digitalen Patientenakte sei es dem Gesundheitsminister zufolge, sicherzustellen, dass die Digitalakten unterschiedlicher Kassen kompatibel und interoperabel seien. Für alle Krankenkassen würden deshalb die gleichen Vorgaben gelten. Allen Beteiligten würde dafür "Planungssicherheit" gegeben, hieß es im Ministerium.

Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung beschlossen, bis 2021 eine elektronische Patientenakte einzuführen.