Das allerdings ist nur eine Brigade – und das Heer hat davon neun. In drei Divisionen, die nach den bereits eingegangenen deutschen Nato-Verpflichtungen bis 2032 vollständig einsatzbereit sein sollen. Hinzu kommen die weit höheren Aufwendungen für einsatzbereite Kampfjetstaffeln oder Kriegsschiffe. Diese Zusagen stehen, unabhängig davon, ob die zwei Prozent erreicht werden.

Einen Anhaltspunkt für die benötigte Summe lieferte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bereits 2016: In den folgenden 15 Jahren müssten insgesamt 130 Milliarden Euro in neue Ausrüstung investiert werden – neun Milliarden pro Jahr. Dieses Geld hat Finanzminister Olaf Scholz in den kommenden Jahren bis 2022, so weit reicht die aktuelle Planung, keineswegs vorgesehen.

Allerdings stellt nicht nur die Opposition die Frage, ob die Bundeswehr nicht nur mehr Geld benötigt – sondern auch mit dem vorhandenen effizienter umgehen müsste.       

Anfang Mai schaute die Truppe sprachlos auf einen Befehl, der sie aus dem Beschaffungsamt der Bundeswehr in Koblenz erreichte. Um die Soldaten der Nato-Speerspitze für ihr bevorstehendes Wintermanöver in Norwegen anständig auszurüsten, mangele es an Winterkleidung: Deshalb sollten jene Soldaten, die nicht zu dieser VJTF gehörten, einiges von ihrer Winterausrüstung abgeben. Der Befehl betraf speziell den sogenannten Kopf- und Gesichtsschutz, landläufig als Sturmhaube bezeichnet.

"Im wievielten Kriegswinter sind wir eigentlich?", empörten sich Offiziere über die Sammelaktion. Das Ministerium zog den Befehl schnell zurück und ordnete den Kauf neuer Sturmhauben an. Das war dann allerdings, wie sich anschließend zeigte, gar nicht nötig: Es fanden sich noch Tausende davon in den Depots.