Bundesinnenminister Horst Seehofer hat seinen Rücktritt angeboten. Außerdem hat er auch seinen Rückzug als CSU-Parteichef in der Sitzung des Parteivorstandes und der Bundestagsabgeordneten in München verkündet. Seehofer ist erst seit knapp 100 Tagen in der großen Koalition Bundesinnenminister, seit 2008 ist er CSU-Chef.

Zuvor hatte der CSU-Vorstand mehr als sieben Stunden lang über die Konsequenzen der CSU im Asylstreit mit der CDU diskutiert. Dabei hatten Seehofer und seine Parteifreunde sich mehrheitlich gegen die Beschlüsse des EU-Gipfels und für einen nationalen Alleingang ausgesprochen.

Die CSU unterbrach ihre Beratungen vorerst. Seehofer verließ in Begleitung von mehreren Vertrauten den Saal. Unklar blieb, ob die CSU-Führung das Rücktrittsangebot annehmen würde. Insbesondere gab es zunächst auch keine Informationen, was dies für die Zukunft der großen Koalition bedeuten könnte.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt will das Rücktrittsangebot von Seehofer offenbar nicht hinnehmen. "Das ist eine Entscheidung, die ich so nicht akzeptieren kann", sagte er nach Angaben von Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Sitzung des CSU-Vorstands. Dobrindt habe dafür lang anhaltenden Applaus erhalten. Letztlich habe die Uneinsichtigkeit der Kanzlerin die CSU in die jetzige Situation gebracht.