Die CSU schadet sich mit ihrer Flüchtlingspolitik laut einer Forsa-Umfrage selbst und treibt der AfD Wähler zu. In einer von Forsa für RTL/n-tv erstellten Erhebung sinkt die CSU in Bayern auf 38 Prozent ab. Wäre am Sonntag Landtagswahl, würde sie die absolute Mehrheit verlieren.

Bei der Wahl 2013 hatte die Partei noch 47,7 Prozent erreicht, in der Forsa-Umfrage vor zwei Wochen lag sie bei 40 Prozent.

"Anders als von der CSU erhofft, gewinnt sie durch den von ihr angezettelten Streit mit der CDU in der Flüchtlingsfrage keine neuen Wähler, sondern schwächt ihre Wählersubstanz weiter", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner.

In der Forsa-Umfrage steigt die AfD hingegen sowohl in Bayern mit 14 Prozent als auch im Bund mit 16 Prozent auf neue Höchstwerte. CSU-Chef Horst Seehofer und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatten sich am Wochenende überzeugt geäußert, dass die Verschärfung der Asylpolitik die AfD schwäche. "In der Tat treibt die CSU der AfD neue Anhänger zu", sagte Güllner. Gewählt wird in Bayern im Oktober.

Schaden für die Partei

In Bayern würden die Grünen laut der Umfrage zweitstärkste Kraft mit 15 Prozent. Die SPD sinkt auf zwölf Prozent ab, die in Bayern traditionell starken Freien Wähler liegen bei acht Prozent und die FDP würde mit sechs Prozent nach 3,3 Prozent 2013 den Einzug in den Landtag schaffen. Die Linke bliebe unter der Fünfprozenthürde.

Auch im Bund büßt die Union in der Forsa-Umfrage einen Punkt ein auf nunmehr 30 Prozent. Ihr Koalitionspartner SPD verharrt bei 17 Prozent und liegt damit nur noch einen Punkt vor der AfD. Die Grünen verbessern sich im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 13 Prozent, die FDP bleibt bei zehn Prozent und die Linke gibt einen Punkt auf neun Prozent ab.

Seehofer schade nicht nur seiner Partei und der gesamten Union, sondern untergrabe auch das Vertrauen in das politische System generell, sagte Forsa-Chef Güllner. "Letztlich gefährdet Seehofer die mühsam errungene politische Stabilität und stärkt antidemokratische Kräfte." 60 Prozent (plus vier Punkte) trauen derzeit keiner Partei zu, mit den Problemen in Deutschland fertig werden zu können. Nur noch 20 Prozent trauen das der Union und sogar nur sieben Prozent der SPD zu.

Für die Bayern-Umfrage hatte Forsa 1.003 Wahlberechtigte vom 4. bis 6. Juli befragt, für die bundesweite Umfrage 2.502 Wahlberechtigte vom 2. bis 6. Juli. Die Fehlertoleranz liegt bei bis zu 2,5 Prozentpunkten.