Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer sieht sich als Opfer einer Kampagne seiner politischen Gegnerinnen und Gegner. "Jeder, der es sehen will, sieht, dass hier eine Kampagne gefahren wird, die geht gegen mich und meine Partei", sagte Seehofer der Augsburger Allgemeinen. Dabei hätten sich auch Einzelne aus der CSU vereinnahmen lassen. "Viele der Kritiker lassen genau das vermissen, was sie mir vorwerfen: Anstand und Stil", sagte er.

Seehofer betonte, dass er trotz des Asylstreits gut mit Kanzlerin Angela Merkel zusammenarbeite: "Frau Merkel und ich sitzen oft im Kanzleramt zusammen und sagen: Das glaubt uns jetzt kein Mensch, dass wir trotz aller Differenzen ganz normal miteinander reden", sagte er. Er und sie besprächen Dinge nüchtern und sachlich, danach verabschiede man sich freundlich. "Anders als es gelegentlich dargestellt wird, war der Sturz der Kanzlerin für mich nie eine Option und der Bruch der Fraktionsgemeinschaft mit der CDU auch nicht."

Seehofer war für seine Haltung im Asylstreit mehrfach angegriffen worden. Kritiker warfen ihm unter anderem vor, mit dem "Masterplan Migration" europäisches Recht zu brechen, die Richtlinienkompetenz der Bundeskanzlerin zu missachten und den Zusammenhalt der Regierung zu gefährden. Seine Umfragewerte sanken im ARD-Deutschlandtrend deutlich, dem BR-Bayerntrend zufolge sank auch die Zustimmung für seine Partei, die CSU, auf 38 Prozent.