Die USA haben nach den Worten der Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, nicht vor, Sanktionen gegen Russland aufzuheben, die im Zusammenhang mit der Annexion der Krim stehen. "Wir erkennen Russlands Versuch, die Krim zu annektieren, nicht an", sagte Sanders vor Reportern. Die Sanktionen der USA "bleiben bestehen, bis Russland die Krim in die Ukraine zurückbringt".

Die Aussagen von Sanders folgen jenen von US-Präsident Donald Trump. Der hatte am Freitag laut Bloomberg mit Blick auf das geplante Treffen zwischen ihm und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Anerkennung der Krim als russisches Territorium ins Spiel gebracht. "Wir werden sehen, was passiert", antwortete Trump auf die Frage, ob die USA Russlands Anspruch auf der Schwarzmeerhalbinsel akzeptieren würde. Pressesprecherin Sanders sagte nicht, ob die Krim Gegenstand der Diskussionen beim Treffen des US-Präsidenten mit Putin sein wird.

Sicherheitsberater Bolton lies zuvor Krim-Frage offen

Nicht so entschlossen wie Sanders zeigte sich am Sonntag der nationale Sicherheitsberater des Präsidenten, John Bolton. In einem Gespräch mit dem US-Sender CBS sagte er: "Der Präsident sagt oft, wir werden sehen", weil er zeigen wolle, dass er "bereit ist, mit ausländischen Führungskräften über eine Reihe von Themen zu sprechen und ihre Perspektive zu hören", so Bolton. Auf die Frage, ob sich die Position der USA auf der Krim ändern könnte, sagte Bolton: "Wir werden sehen."

Die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel wurde im März 2014 vom Nachbarland Russland annektiert. Zuvor war in Kiew der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch nach monatelangen gewaltsamen Protesten mit mehr als 100 Toten gestürzt worden. Russische Truppen besetzten anschließend das Parlament der Krim in Simferopol und andere strategisch wichtige Orte auf der Halbinsel. In einem umstrittenen Referendum stimmte eine Mehrheit der Bevölkerung der Halbinsel für den Anschluss an Russland. Die Annexion wird aber von fast keinem Staat völkerrechtlich anerkannt.

Trump forderte Rückkehr von G8

Russland wurde dafür unter anderem aus dem Beratungskreis der führenden Industrieländer, damals namentlich noch G8, ausgeschlossen. Zuletzt hatte Trump die Rückkehr Russlands in die Gruppe gefordert.

Trump und Putin wollen sich am 16. Juli in der finnischen Hauptstadt Helsinki treffen. Die russische Regierung hatte am Montag erklärt, dass die Krim kein Thema der Gespräche sein werde. Putin habe wiederholt in Gesprächen klargemacht, dass die Halbinsel ein untrennbarer Teil Russlands sei, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.