Nicht nur die ehemalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry, sondern auch der heutige Parteichef Alexander Gauland hat sich mit Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen getroffen. "Ja, ich habe ein Gespräch mit Herrn Maaßen geführt", sagte Gauland den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er habe ein konkretes Anliegen gehabt: "Es gab den Verdacht, dass wir in der Fraktion einen Einflussagenten Moskaus hätten. Das wollte ich klären." Maaßen habe ihm nach einer Prüfung gesagt, dass der Verdacht nicht haltbar sei, sagte Gauland.

Tipps hat Gauland sich nach eigenen Angaben aber nicht beim Verfassungsschutz geholt. "Um Gottes Willen! Es wäre mir peinlich, mit Herrn Maaßen so etwas zu besprechen", sagte der AfD-Parteichef. "Wie viele Rechtsextreme könnte der Verfassungsschutz in der AfD entdecken? Es gibt in der AfD keine Rechtsextremen."

In einem Buch einer ehemaligen AfD-Aktivistin und Mitarbeiterin, das diese Woche erschienen war, hieß es, dass Petry sich in der Vergangenheit mehrmals Rat beim Verfassungsschutz geholt haben soll. Demnach soll Maaßen ihr Hinweise gegeben haben, wie die AfD einer Beobachtung durch den Inlandsgeheimdienst entgehen könnte. Gauland hielt diese Behauptungen für frei erfunden. "Ich schätze Herrn Maaßen als objektiven Spitzenbeamten", sagte er.

Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz und das Bundesinnenministerium haben die entsprechende Darstellung der frühere AfD-Funktionärin zurückgewiesen. Das Innenministerium bestätigte mittlerweile Informationen von ZEIT ONLINE und weiterer Medien, dass sich Maaßen mit Petry vor drei Jahren zweimal traf. Dabei habe der Verfassungsschutzchef aber "keine Empfehlungen oder Ratschläge hinsichtlich des Umgangs mit Personen oder Strömungen der AfD gegeben".

Insgesamt habe Maaßen dem Ministerium zufolge seit seinem Amtsantritt im August 2012 etwa "196 Gespräche mit Politikern der CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke, FDP und AfD" geführt. Inhaltlich sei es "um Fragen der Gefährdungseinschätzung" und "einen allgemeinen Austausch" gegangen.