In der Affäre um mutmaßlich unrechtmäßig bewilligte Asylanträge an der Bremer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) liegt der Abschlussbericht vor: Nach Informationen der Zeitung Bild am Sonntag wurden 165 grobe Verstöße der Behörde festgestellt.

Der bisher vertrauliche Abschlussbericht des Bamf zeige somit, dass die Zahl der unrechtmäßigen Asylbescheide deutlich geringer sei als zuvor angenommen: Bei der Überprüfung von insgesamt 18.315 positiven Bescheiden, die das Bremer Amt seit dem Jahr 2000 erteilt hatte, sei in 165 Fällen ein "grobes Hinwegsetzen über Vorgaben" festgestellt worden. Als "grober Verstoß" gelte etwa eine unterlassene Sicherheitsüberprüfung. Ursprünglich war von mehr als 1.200 manipulierten Asylbescheiden ausgegangen worden.

Im April war die "Bamf-Affäre" um mutmaßlichen Betrug beim Erteilen von Asylbescheiden bekannt geworden. Gegen die ehemalige Außenstellenleiterin Ulrike B. und mehrere Anwälte ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Bestechung, Bestechlichkeit und bandenmäßiger Verleitung zur missbräuchlichen Asylantragsstellung.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist dem Bundesinnenministerium untergeordnet. Die Behörde verfügt in allen Bundesländern über Außenstellen, wo Asylverfahren durchgeführt werden.