Der sächsische LKA-Mitarbeiter, der bei einer Pegida-Demonstration ein ZDF-Kamerateam verbal angegriffen hat, besitzt laut Medien Zugriff auf sensible Ermittlungsdaten. Der Mann sei Buchprüfer bei Ermittlungen in komplexen und schweren Straftaten, berichtet der MDR unter Berufung auf Ermittlerkreise. In dieser Funktion soll er laut dem Sender Zugriff auf das polizeiliche Erfassungssystem IVO haben, in dem alle Straftaten und Ermittlungsvorgänge registriert werden. Zudem habe er auch Zugriffsrechte für das Zentrale Ausländerregister (ZAR).

Das LKA prüfe überdies mögliche Verbindungen des Mitarbeiters zur rechten Szene in Freital. Grund dafür sei, dass der Mann das ZDF-Team bei den Dreharbeiten zu der Demonstration gemeinsam mit dem Anführer der rechtsextremen Gruppe Freital, René S., gestört habe. S. hatte die ZDF-Journalisten angezeigt und nach der Demo auf Facebook dazu aufgerufen, es ihm gleich zu tun und "diese Herrn auf einer Polizeidienststelle zu melden". Das sächsische Innenministerium äußerte sich dazu mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht gegenüber dem MDR.

René S. hatte die Bürgerinitiative "Freital wehrt sich – Nein zum Hotelheim" gegründet. Diese organisiert seit 2015 Proteste und Hetze gegen ein Asylbewerberheim. Mitglieder einer rechtsextremen Gruppe aus dem Ort hatten zudem 2015 fünf Sprengstoffanschläge auf Flüchtlinge und politische Gegner in Freital und Dresden verübt.

Der LKA-Mitarbeiter war am Donnerstag vergangener Woche während des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Dresden privat auf einer Demonstration von Anhängern der AfD und der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung unterwegs. Dabei bedrängte er ein ZDF-Kamerateam, das dann etwa eine Dreiviertelstunde lang von der Polizei festgehalten wurde.

Laut MDR zeigt ein weiteres Video im Internet, dass sich der LKA-Mitarbeiter nicht nur am Rande der Demonstration gegen den Merkel-Besuch bewegte. Er stand demnach inmitten einer Demonstrantengruppe, die gegen den Konvoi der Kanzlerin mit Rufen wie "Volksverräter" protestiert habe.