Die CSU unterliegt in Bayern laut einer neuen Forsa-Umfrage weiterhin einem negativen Trend. Der im Auftrag von RTL und n-tv erstellten Erhebung zufolge kommt die Partei derzeit auf 37 Prozent und ist damit weit von einer absoluten Mehrheit entfernt. Das entspricht der Tendenz anderer Umfragen, die in den vergangenen Wochen durchgeführt wurden.

Von der Schwäche der CSU profitieren der Umfrage zufolge die Grünen. Die Partei kommt derzeit auf 17 Prozent und liegt damit deutlich vor der AfD mit 13 Prozent und der SPD mit zwölf Prozent. Die Freien Wähler liegen in der Forsa-Erhebung bei acht Prozent. Die FDP muss mit fünf Prozent um den Einzug in den Landtag bangen, die Linkspartei würde mit vier Prozent an der Fünfprozenthürde scheitern.

Forsa-Chef Manfred Güllner konstatierte einen Vertrauensverlust der Wähler in die CSU. Daran sei die Partei zum größten Teil selbst schuld. "Die CSU-Strategie, ihren Vertrauensschwund durch den mit der CDU angezettelten Konflikt beim Thema Flüchtlingspolitik zu stoppen, ist bislang ohne Erfolg. Im Gegenteil: Die CSU selbst ist für die Bayern zum Problem geworden", sagte Güllner. Demnach nannten die Befragten bei der Frage nach den "größten Problemen auf Landesebene" an erster Stelle mit 34 Prozent die CSU und ihren Ministerpräsidenten Markus Söder. Danach folgen das Thema Flüchtlinge (28 Prozent) und die Lage am Wohnungsmarkt (26 Prozent).

Bildungspolitik auf Landesebene wichtig

In den anderen Bundesländern sehen die Befragten der Erhebung zufolge andere Probleme als entscheidend an: Im Osten Deutschlands empfinden laut Forsa-Umfrage nur elf Prozent, im Westen sogar nur sieben Prozent, Unmut über ihre Landespolitiker. Das Thema Flüchtlinge ist in Ostdeutschland nur für zehn Prozent der Wahlberechtigten wichtig, im Westen nur für acht Prozent.

Die wichtigsten Probleme auf Landesebene sind demnach in Ostdeutschland die Schul- und Bildungspolitik (21 Prozent), die Armut und das soziale Gefälle (19 Prozent), Verkehrsprobleme (16 Prozent), die Lage am Arbeitsmarkt (15 Prozent), die Abwanderung junger Menschen (14 Prozent) und die schlechte Infrastruktur (12 Prozent). Für die Westdeutschen (ohne Bayern und die Stadtstaaten) sind die wichtigsten Probleme laut Forsa-Erhebung auf Landesebene der Verkehr (39 Prozent), Schul- und Bildungspolitik (24 Prozent), die Lage am Wohnungsmarkt (19 Prozent), die schlechte Infrastruktur (14 Prozent) sowie Klima- und Umweltschutzprobleme (13 Prozent).

In Bayern wird am 14. Oktober ein neuer Landtag gewählt. Für die Umfrage wurden in den vergangenen zwei Wochen 1.105 bayerische Wahlberechtigte befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei 2,5 Prozentpunkten.

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (zum Beispiel Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.

Weitere Hintergründe über unseren Umgang mit Wahlumfragen finden Sie in unserem Transparenzblog Glashaus.