Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Höhe der Renten weit über das bisher vereinbarte Jahr 2025 hinaus garantieren. Das werde die SPD beim Koalitionspartner fordern. "Wir werden darauf bestehen, dass die Bundesregierung ein stabiles Rentenniveau auch in den 20er und 30er Jahren gewährleistet und ein plausibles Finanzierungsmodell vorlegt", sagte Scholz Bild am Sonntag. "Das hat für uns hohe Priorität."

Zugleich drohte Scholz der Union mit einem Rentenwahlkampf. "Sollte das nicht hinhauen, wird es eben ein Thema der politischen Auseinandersetzung. Dann entscheiden die Bürgerinnen und Bürger diese Frage mit ihrem Kreuz auf dem Stimmzettel."

Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, das Rentenniveau bis 2025 bei 48 Prozent zu stabilisieren. Das Rentenniveau ist das Verhältnis zwischen einer Rente nach 45 Jahren Durchschnittslohn und dem aktuellen Durchschnittsverdienst – es zeigt, ob die Renten hinter den Löhnen zurückfallen.

Wenn die Menschen in Deutschland auf ihre Rente vertrauen können, seien sie weniger anfällig für nationalistische Populisten wie US-Präsident Donald Trump, sagte Scholz. Globalisierung und Digitalisierung würden Wohlstand schaffen, aber auch die Welt verändern. "Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zurecht, dass wir alles unternehmen, damit sie trotzdem sicher leben können", sagte Scholz. "Tun wir das nicht, schlägt die Stunde der nationalistischen Populisten. Stabile Renten verhindern einen deutschen Trump."