Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat privaten Pflegeheimbetreibern vorgeworfen, ihren Gewinn zu sehr auf Kosten des Pflegepersonals und der Pflegebedürftigen zu machen. In einem Beitrag für das Handelsblatt schreibt Spahn, dass "ein kapitalmarktgetriebenes Fokussieren auf zweistellige Renditeerwartungen" in einem personalintensiven Bereich wie der Pflege nicht angemessen sei.

In dem Beitrag fordert Spahn eine bessere Bezahlung in der Altenpflege und verbindliche Personalschlüssel, die auch für private Anbieter gelten sollen. Kritiker hatten dem Gesundheitsminister vorgeworfen, den Pflegemarkt zu stark regulieren zu wollen. Hierauf entgegnet Spahn, dass es im "September 2017 kein Wählermandat für eine Ausweitung des Marktcharakters in der Pflege gegeben" habe.

Der Pflegemarkt sei kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck "für einen effizienten Einsatz begrenzter Mittel, für eine gute pflegerische Versorgung, für die Mobilisierung notwendiger Investitionen", schreibt Spahn. "Aber es ist immer ein regulierter und auch politisch sensibler Markt." Den Vorwurf einer Enteignung streitet Spahn allerdings ab: "Wir führen in der Pflege auch nicht den Sozialismus ein."