Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist unter den Ministerpräsidenten der Flächenländer der unbeliebteste Regierungschef. Das geht aus Zahlen des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervor, die das RTL/n-tv-Trendbarometer veröffentlichte.

Für die Erhebung wurden in Bayern mehr als 1.000 Personen gefragt, wie zufrieden sie mit der Arbeit von Markus Söder sind. 64 Prozent der Befragten gaben an, unzufrieden mit der Arbeit des Ministerpräsidenten zu sein, 31 Prozent waren zufrieden. Noch im Juni hatten 38 Prozent angegeben, mit der Regierungsarbeit Söders zufrieden zu sein. Am 14. Oktober wählen die Bayern einen neuen Landtag.

74 Prozent mit Winfried Kretschmann zufrieden

Insgesamt wurden in Deutschland im Zeitraum vom 25. Juli bis zum 2. August 7.470 Wahlberechtigte in den Flächenländern befragt, die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen waren von der Forsa-Umfrage ausgenommen. Im Vergleich am beliebtesten ist demnach der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Drei Viertel der Befragten seines Landes waren mit der Regierungsarbeit des Grünen-Politikers zufrieden, nur 22 Prozent äußerten sich unzufrieden.

Schleswig-Holsteins Landeschef Daniel Günther erreichte als beliebtester CDU-Ministerpräsident den zweiten Platz mit einem Zustimmungswert von 66 Prozent. Auf Platz drei und vier folgten Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) mit 60 Prozent und die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) mit 58 Prozent. Mehrheitliche Zustimmung erreichten der Umfrage zufolge auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) mit jeweils 53 Prozent. Mit der Arbeit des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) war weniger als die Hälfte der Befragten zufrieden, doch die Zustimmung lag mit 45 Prozent über dem Ablehnungswert von 39 Prozent.  

Negative Zufriedenheitswerte erreichten neben Söder auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD, 44 Prozent Zufriedenheit zu 46 Prozent Unzufriedenheit), der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU, 40 zu 51 Prozent), Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU, 39 zu 55 Prozent) sowie Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlands, mit 34 zu 37 Prozent.

Auch mit der Arbeit des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) zeigten sich 48 Prozent der Befragten unzufrieden, 44 Prozent gaben an, mit Bouffiers Arbeit zufrieden zu sein. In Hessen wird am 28. Oktober ebenfalls ein neuer Landtag gewählt.

Wahlforscher: CSU für Umfragetief der Union verantwortlich

Für die sogenannte Sonntagsfrage wurden ebenfalls Tausende Wählerinnen und Wähler befragt. Das Ergebnis: Im Bund verschlechterte sich die CDU/CSU um einen Punkt auf 31 Prozent. Für die SPD wurden 18 Prozent der Stimmen vorhergesagt, für die AfD 14 Prozent. Die Grünen erreichten 13 Prozent, die FDP zehn Prozent und die Linke neun Prozent.

Würde man die Stimmenanteile der Unionsparteien getrennt berechnen, käme die CSU, die nur in Bayern gewählt werden kann, auf vier Prozent. In der Bundestagswahl im September hatten die Christsozialen noch 6,6 Prozent erreicht. Weil der Anteil der CDU relativ stabil geblieben sei, liege die Verantwortung für das Umfragetief der Union vor allem bei der CSU, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner.