Deutschland und der Niger wollen beim Thema illegale Migration nach Europa weiter intensiv zusammenarbeiten. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte zu Beginn eines Treffens mit dem Präsidenten des afrikanischen Staates, Mahamadou Issoufou, schon jetzt kooperiere man bei der Eindämmung der illegalen Migration hervorragend. Deutschland wolle daher die betroffenen Regionen im Kampf gegen den Terrorismus unterstützen.

Das Land am Rand der Sahelzone ist eines der wichtigsten Transitländer für Migrantinnen und Migranten, die das Mittelmeer erreichen wollen. Deutschland werde sich intensiv bemühen, dass die Sahelregion für den Kampf gegen Extremisten eine "robuste internationale Mandatierung" bekomme, sagte Merkel bei dem Treffen im brandenburgischen Meseberg.

Teils durch Unterstützung, teils durch Druck aus Europa hat die Regierung des Landes die Reise nach Libyen für Migranten bereits deutlich erschwert. Im Gegenzug sagte die EU bis 2020 eine Milliarde Euro für wirtschaftliche Entwicklung zu. 

Issoufou hofft auf mehr Direktinvestitionen

Issoufou lobte die Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen und bei der Entwicklung. Er erinnerte daran, dass der Niger seit 2016 die Zahl der illegalen Migranten um 90 Prozent eingedämmt habe. Die Terrororganisation Boko Haram sei durch mehrere Einsätze von Sahelanrainern geschwächt worden, leiste aber weiter Widerstand, sagte er. Der Präsident bat um eine "langfristige Finanzierung" des Kampfes gegen den Terror.

Deutschland und die EU sollten darüber zur Stabilisierung der Lage im Nachbarstaat Libyen beitragen. Das sei auch im Interesse seines Landes, sagte Issoufou. Die Industriestaaten ermunterte der Präsident zu mehr Direktinvestitionen.