Die Sammlungsbewegung der Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hat angeblich einen Namen: "Aufstehen". Sie geht an diesem Samstag mit der Website www.aufstehen.de online und wird Anfang September offiziell starten, wie der Spiegel berichtet. Neben Unterstützern aus dem Kulturbereich wie dem Theatermacher Bernd Stegemann und dem Politikwissenschaftler Wolfgang Streeck sollen auch aktive Politiker dabei sein.

"Die Idee ist gut. Der Zeitpunkt ist richtig gewählt. Das Bedürfnis nach tief greifender Veränderung ist riesig", schreiben der SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow, die Linkenabgeordnete Sevim Dağdelen und die Grünenpolitikerin Antje Vollmer in einem Gastbeitrag im Spiegel. Eine neue linke Sammlungsbewegung hätte einen "Anlass, ein Momentum, auch einen Erwartungs- und Hoffnungshorizont". Sie sei keine neue Partei, sondern verstehe sich als außerparlamentarische Bewegung, die neue Themen und Positionen in die öffentliche Debatte bringen solle. "Aufbruch aus dem Elfenbeinturm in die Wirklichkeit! – das ist das Gebot der Stunde", heißt es in dem Beitrag.

Auch der Co-Fraktionschef der Linkspartei, Dietmar Bartsch, der sich zuvor noch skeptisch zu Wagenknechts Idee geäußert hatte, zeigt sich nun deutlich offener: "Es gibt einen Kulturkampf von rechts. Wir sollten jede Idee ernst nehmen, die sich dem entgegenstellt", so Bartsch im Spiegel. Vielleicht gebe es eine Chance, so die politische Linke insgesamt zu stärken und wieder zu anderen parlamentarischen Mehrheiten zu finden.

"Unser Ziel sind natürlich andere politische Mehrheiten und eine neue Regierung mit sozialer Agenda", sagte Wagenknecht dem Magazin. Ein Schlüssel dafür sei die SPD. Solange diese ihre Agenda-2010-Politik fortsetze, werde sie weiter schrumpfen. Das verringere die Chance auf eine linke Machtoption. Die Linken-Fraktionschefin zeigt sich zuversichtlich: "Wenn der Druck groß genug ist, werden die Parteien, auch im Eigeninteresse, ihre Listen für unsere Ideen und Mitstreiter öffnen."