Die Junge Union und die Mittelstandsvereinigung (MIT) der Union haben sich für die Einführung eines verpflichtenden "Gesellschaftsjahres" für alle Schulabgänger ausgesprochen. Die Betroffenen sollten entscheiden können, ob sie dieses in der Bundeswehr oder in einer sozialen Einrichtung absolvierten, berichtete die Bild am Sonntag.

Ein Gesellschaftsjahr sei eine Möglichkeit, der Gesellschaft "etwas zurückzugeben und gleichzeitig den Zusammenhalt im Land zu stärken", sagte der Junge-Union-Chef Paul Ziemiak der Zeitung. Eine Debatte darüber sei längst überfällig.

Carsten Linnemann von der MIT fügte hinzu, Ziel eines Gesellschaftsjahres müsse die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts sowie von sozialen Kompetenzen sein. Letzteres sei auch für Unternehmen bei der Gewinnung von Mitarbeitern wichtig.

Ziemiak und Linnemann planen dem Bericht zufolge Gespräche mit Sozialeinrichtungen, der Bundeswehr, Arbeitgeberverbänden und Unternehmen über eine Umsetzung des Vorschlags. Die Idee solle auch beim CDU-Parteitag im Dezember diskutiert werden.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte der Bams zu dem Vorschlag: "Ich finde den Gedanken grundsätzlich nicht falsch. Weil die Union damals die Wehrpflicht überstürzt abgeschafft hat und damit auch der Zivildienst wegfiel, fehlen in vielen sozialen Einrichtungen diese Kräfte." Man werde dies jetzt intensiv diskutieren und sehen, ob es eine Mehrheit in der Bevölkerung dafür gebe.