Angesichts des inzwischen beigelegten Asylstreits zwischen den Unionsparteien blieb es lange offen, ob die CSU im bayerischen Landtagswahlkampf auf die Unterstützung von Angela Merkel (CDU) setzt. Nun scheint klar, dass es zumindest einen gemeinsamen Termin der Bundeskanzlerin mit Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder geben wird. 

Merkel komme auf Einladung des CSU-Ehrenvorsitzenden Theo Waigel am 30. September – also rund zwei Wochen vor der Wahl am 14. Oktober – zu einem Europa-Forum nach Ottobeuren, wie die Augsburger Allgemeine berichtet. Auf der Veranstaltung werde Söder auch ein Grußwort sprechen. Waigel gilt als einer der Kräfte in der CSU, die für eine Deeskalation im Streit mit der Schwesterpartei CDU stehen. Er bezog auch im Bundestagswahlkampf deutlich Position für Merkel und rief für sie eine Wählerinitiative in Bayern ins Leben.

Noch im Juni hatte Söder – auf dem Höhepunkt des Unionsstreits um die Flüchtlingspolitik – einen Besuch Merkels abgelehnt und gesagt, zu seiner Abschlusskundgebung werde "keine Bundeskanzlerin, sondern ein Bundeskanzler" kommen. Söder meinte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), zu dem er anders als zu Merkel demonstrativ die Nähe suchte.