Die CSU spricht sich gegen den Vorstoß des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) aus, bestimmten abgelehnten Asylbewerbern eine Bleibeperspektive zu eröffnen. "Abgelehnten Asylbewerbern den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern, lehne ich ab", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann der Süddeutschen Zeitung. "Das könnte dazu führen, Deutschland attraktiver für illegale Zuwanderung zu machen", fügte der CSU-Politiker hinzu. Sonderregelungen könne er sich nur für dringend benötigte Pflegekräfte vorstellen.

Günther ist dafür, mit einem Einwanderungsgesetz auch abgelehnten, aber gut integrierten Asylbewerbern einen Weg auf den deutschen Arbeitsmarkt zu eröffnen. Er plädiert für einen "Spurwechsel". Für diese Menschen würde dann nicht mehr das Asylrecht greifen, sondern das neue Einwanderungsrecht. Während die CDU den Vorstoß kontrovers diskutiert, findet Günther bei SPD, FDP und Grünen Zustimmung.

Unterstützung kommt auch vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Der DGB trete für die gesellschaftliche und ökonomische Integration aller in Deutschland lebenden Geflüchteten ein, sagte Vorstand Annelie Buntenbach der Neuen Osnabrücker Zeitung. Dazu dürften sie nicht länger vom Aufenthaltsrecht als Erwerbstätige oder Studierende ausgeschlossen werden. "Deshalb setzen sich die Gewerkschaften für die Möglichkeit eines Spurwechsels ein und fordern einen konsequenten Abschiebestopp für alle, die sich in Ausbildung befinden oder eine lebensunterhaltsichernde Beschäftigung ausüben."

Auf Drängen der SPD will die Bundesregierung noch in diesem Jahr ein Einwanderungsgesetz auf den Weg bringen, um gezielt Fachkräfte anzuwerben.