Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hat sich in einem Interview für eine "friedliche Revolution" gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel und deren Unterstützer ausgesprochen. "Das sind auch Leute aus anderen Parteien und leider auch aus den Medien", sagte Gauland der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Die möchte ich aus der Verantwortung vertreiben."

Gauland sagte zudem, es gehe bei der von ihm angestrebten Revolution um die Vertreibung aller Personen, die das "System Merkel" stützen. Das könne man eine friedliche Revolution nennen. "Das ist aber kein Umsturz der grundgesetzlich garantierten Ordnung", fügte er hinzu.

Debatte um Beobachtung der AfD durch Verfassungsschutz

Der Schulterschluss der AfD mit gewaltbereiten Rechtsextremen in Chemnitz hatte in Deutschland eine Diskussion über eine mögliche Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz ausgelöst. Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) hatte nach den Ausschreitungen in Chemnitz eine Überprüfung der AfD gefordert. "Die Hetzjagd von Chemnitz markiert einen Wendepunkt", sagte Oppermann.

Gauland sagte der FAZ, vor einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz habe er keine Angst. Das werde der AfD nur noch mehr Stimmen bringen. Dass die AfD-Parteijugend in Niedersachsen und Bremen durch den Verfassungsschutz beobachtet wird, bezeichnete er als parteipolitisch motiviert. Die AfD werde die Entscheidungen juristisch anfechten.

Die AfD als Partei wird bisher nicht vom Verfassungsschutz beobachtet. Dafür fehlten dem sächsischen Verfassungsschutz zufolge die Anhaltspunkte. Erstmals seit ihrer Gründung wurden mit den Landesverbänden der Jungen Alternative (JA) in Niedersachsen und Bremen aber Teile der Partei unter Beobachtung gestellt. Der JA-Bundesverband kündigte daraufhin an, die beobachteten Landesverbände aufzulösen.

Mit dem Begriff der friedlichen Revolution wird in Deutschland gewöhnlich der gewaltfreie Protest bezeichnet, der in der DDR zum Ende der SED-Herrschaft führte. Die DDR-Bürger hatten das Regime unter anderem mit immer größer werdenden Demonstrationen für Reisefreiheit und Demokratisierung unter Druck gesetzt.